nötigte ihn in das Frühstückszimmer Ich schließe aus den später folgenden Begebenheiten daß der Apotheker in seiner At Unterredung mit Mrs Reed dringend empfahl daß man mich in eine Kostschule schicken möge Eines Abends als Abbot und Bessie im Kinderzimmer nähten und mich eingeschlafen wähnten besprachen sie die Sache und Abbot äußerte Ich glaube sicher daß Mrs Reed sehr zufrieden ist das unausstehliche Kind los zu werden das immer aussieht als ob es jeden beobachtet und Böses sinnt Aus Abbots Erzählungen an Bessie hörte ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male daß mein Vater ein armer Geistlicher war den meine Mutter gegen den Willen ihrer Familie geheiratet hatte weil diese die Heirat für nicht standesgemäß ansah daß mein Großvater Reed aufgebracht über ihren Ungehorsam sie enterbte daß nachdem meine Eltern ein Jahr verheiratet waren mein Vater den Typhus bekam der unter der Arbeiterbevölkerung der großen Fabrikstadt ausgebrochen war in welcher seine Parochie lag daß meine Mutter von ihm angesteckt wurde und daß beide wenige Wochen nacheinander starben Als Bessie diese Erzählung hörte seufzte sie und sagte Die arme Miß Jane sie ist recht zu beklagen Abbot Ja antwortete Abbot wenn sie ein hübsches liebenswürdiges Kind wäre könnte man ihre Verlassenheit bejammern Aber wer kann eine solche häßliche kleine Kröte bemitleiden Eine Schönheit wie Miß Georgiana würde in denselben Verhältnissen weit bejammernswerter sein gab Bessie zu Ia ich bin ganz vernarrt in Miß Georgiana rief Abbot Das süße Geschöpfchen mit ihren langen Locken ihren blauen Augen und dem rosigen Gesichtchen das wie gemalt aussieht Bessie ich ahne es giebt heute zum Abendessen ein französisches Kaninchen Ich auch mit gerösteten Zwiebeln Kommen Sie wir wollen hinuntergehen Und sie gingen Viertes Kapitel Aus meinem Gespräche mit Mr Lloyd und der erwähnten Unterhaltung zwischen Bessie und Abbot schöpfte ich die sichere Hoffnung daß eine Änderung meiner Lage bevorstand Ich wartete geduldig Tage und Wochen vergingen ich ward wieder gesund aber es wurde der Sache weiter keine Erwähnung gethan Mrs Reed beobachtete mich mitunter mit bösen Blicken redete mich aber selten an Seit meiner Krankheit hatte sie eine strengere Grenze zwischen mir und ihren Kindern gezogen Sie hatte mir ein kleines Zimmer angewiesen in dem ich ganz allein schlief hatte mich verdammt allein in der Kinderstube zu essen und meine ganze Zeit zuzubringen während meine Cousinen sich im Eßzimmer aufhielten Sie ließ nicht die leiseste Andeutung fallen daß sie mich in eine Schule schicken wollte aber ich fühlte instinktmäßig sie würde mich nicht lange mehr unter ihrem Dache dulden denn wenn ihr Blick einmal auf mir ruhte so verriet er mehr denn je eine unüberwindliche Abneigung Eliza und Georgiana sprachen so wenig wie möglich mit mir es war ihnen augenscheinlich so vorgeschrieben John steckte mir die Zunge heraus so oft er mich sah Einmal zeigte er Lust mich zu schlagen ich machte aber kaum Miene mich ihm zu widersetzen durch dasselbe Gefühl von Zorn und Verzweiflung angetrieben welches mich damals beherrscht hatte als er schon davon abließ und fortrannte Verwünschungen ausstoßend und schreiend ich hätte