Bessie ist dumm Mama begann John nachdem er bereits eine geraume Weile in das Zimmer eingetreten war und sich zu seiner Unterhaltung ein Buch herbeigeholt hatte sie soll die Bettelleute in unserem Hause nicht zurückhalten und beherbergen wollen sondern sie hinüber zu unseren Nachbarn ziehen lassen die reichere Leute sind als wir hier Wir sind die reichsten Leute hier nicht wahr Mama fragte halb unwillig über ihres Bruders Äußerungen Georgine Unsere Nachbarn haben weniger Geld als wir Jawohl meine Tochter bestätigte die Mutter wir sind die reichsten Leute in der hiesigen Gegend aber Dein Vater will es uns und anderen Menschen gegenüber nicht wissen lassen und deshalb allein leben wir einfacher und ruhiger als alle unsere Nachbarn Warum aber giebt er denn da so viel Geld an Bettler und arme Leute Warum muß ich es dulden daß Bessie heute schon wieder zwei in unsere Gesindestube treten ließ fragte John seine Mutter Das solltest Du wenigstens nicht leiden Mama durchaus nicht Dein Vater mein lieber John hat ein weiches Herz und ist gern wohlthätig gegen Arme erwiderte die Mutter und deshalb darfst Du Dich nicht gegen Bessie auflehnen und sie hindern wollen wenn sie Deines Vaters Befehle und Weisungen zur Ausführung bringt Wenn ich erst einmal Herr hier bin sprach der Knabe übermütig da soll es ganz anders hier zugehen da dürfen nur reiche Leute in unser Haus kommen Sprich nicht so gottlos John verwies Mistreß diese unkindliche Außerung Schweig lieber und lies in Deinem Buche damit Du mich nicht in meiner Arbeit störst Und auch Du Georgine belästige mich jetzt nicht weiter mit Fragen die zu nichts führen können Oder noch besser geht Beide zu Bessie und übt Euch im Klavierspielen die Zeit der Unterrichtsstunden muß ja herangekommen sein Wenn Euer Vater von seinem Morgenritte heimkehrt und Euch nicht beim Lernen trifft könnte er sonst leicht ungehalten werden Kaum hatte Mistreß Reed diese Worte ausgesprochen so erschien auch schon die Erzieherin in der Stube und bat daß Miß Georgine und Mister John zur Stunde kommen sollten Voll Unwillens zwar folgten die Kinder aber doch wagten sie denselben nicht zu äußern Mir ahnt Unheil sprach Sarah Reed halblaut vor sich hin indem sie nach Entfernung ihrer Kinder die Hände nachdenklich in den Schoß hatte sinken lassen Die angekommene Frau welche ich nur auf einen Augenblick zu Gesicht bekommen habe erschien mir nicht unbekannt wenn ich mich auch momentan nicht zu besinnen vermag wo und zu welcher Zeit ich diese Züge schon gesehen habe Wüßte ich nicht daß meines Gatten Schwester seit Jahren in Amerika wäre ich würde glauben können sie wäre es Ja ja sie muß es sein so ungefähr war ihre schwächliche kleine Gestalt so scheu und verlegen blickte ihr Auge Diese Person die solche Schande durch ihre Verheiratung über unsere Familie gebracht hat vielleicht in mein Haus aufnehmen zu sollen das wäre das Ärgste was ich von dem wankelmütigen romantischen Reed noch zu ertragen hätte Das darf und wird nimmermehr geschehen so lange ich noch atmen kann Erregt erhob