meinem Herzen wachrufen wollen so ersparen Sie es mir von dieser Zeit und von den Personen in deren Nähe ich zu leben gezwungen war reden zu müssen Haben Sie sich vielleicht Undankbarkeit oder Pflichtverletzung zu Schulden kommen lassen Miß Eyre so brauchen Sie nicht hinter dem Berge zu halten Ich denke in manchen Punkten milder als Sie glauben und war früher auch ein wilder Bursche Herr Sie können über mich die genaueste Auskunft erhalten wenn Sie sich die Mühe nehmen wollen über meine persönlichen Verhältnisse in der Lowood-Stiftung anzufragen Ich hätte es lieber aus Ihrem Munde vernommen aber da es Ihnen Überwindung zu kosten scheint von Ihrer Jugend zu reden so bin ich ja kein Unmensch und verzichte auf Ihre Bekenntnisse Dank Herr Wo sind Sie geboren Das werden Sie mir doch sagen können Ich habe mehrfach sagen hören daß mein Vater in Amerika in New-York mit meiner Mutter gelebt habe daß ich dort geboren und nach meines Vaters Tode mit meiner Mutter nach England zurückgekehrt sei Wissen Sie welche Stellung Ihr Vater im Leben einnahm So viel ich erfahren war er Ingenieur in einem industriellen Etablissement Und Ihre Verwandten wiederzusehen tragen Sie gar kein Verlangen Nicht das mindeste Herr Und warum Miß Eyre So viel ich jetzt beurteilen kann bin ich denselben stets eine Last nur gewesen für welche sie keine Liebe empfinden konnten und möglicher Weise mag auch ein Teil der Schuld an mir mit gelegen haben ohne daß ich indessen ein bestimmtes Bewußtsein davon hatte 154 Also stoße ich doch bei Ihnen auf einen schwarzen Flecken in Ihrem Charakter aber das ist mir lieb sie dürfen dann mich auch nicht so ohne Weiteres hart beurteilen Ich hätte hierzu auch kein Recht Herr Wer sollte Ihnen das streitig machen Miß Sie werden freilich nicht so unvorsichtig sein gegen mich Ihre wahre Meinung unverhüllt auszusprechen aber in Ihren Gedanken werden Sie so schwarz von mir denken als Sie es nur vermögen werden Sollte diese Art und Weise der Unterhaltung Ihnen wirklich Zerstreuung gewähren Hoho Miß Eyre was fällt Ihnen plötzlich ein meinen Geschmack hofmeistern zu wollen Herr was denken Sie von mir aber wenn ich nicht einmal eine Frage an Sie richten darf wie ich will wie soll ich Sie da unterhalten können Sie haben Recht Miß Eyre Fragen Sie nur weiter Ich will Ihrer Neugierde keinen Zügel anlegen und Alles beantworten was Sie zu wünschen wissen werden Ausfragen werde ich Sie nicht Lord Rochester und Sie werden sich auch nicht von mir ausfragen lassen In Allem muß es eine Grenze geben wenn es im menschlichen Leben von Bestand sein und auf Beachtung Anspruch machen will Sehr weise und unklug zugleich gesprochen Wo haben Sie so viel Geist und so viel Einfältigkeit in einem Atemzug nur hergenommen In dieser für Jane ziemlich unangenehmen Weise wurde das Gespräch fortgeführt ja Rochester wurde während desselben mehrmals fast verletzend gegen die Erzieherin seiner Nichte so daß Mistreß Harleigh mehrmals Miene machte sich in das Gespräch einzumischen immer aber von einem bittenden Blick