einsehen gelernt hat daß man Dir bitteres Unrecht vorher zufügte Sieh wenn auch die ganze Welt Dich haßte und Dich für böse hielte während Dein eigenes Gewissen Dich von aller Schuld freispräche Du würdest doch nicht ohne Freund sein Ich würde Dich stets lieben stets O Du gutes treues Herz flüsterte Jane Wie wohl thun mir Deine Worte Sie umschlang hierbei Helene mit beiden Armen zog sie an sich und ruhte an ihrer Brust Die beiden Mädchen hatten nur wenige Augenblicke schweigend sich in Armen gehalten als sich abermals die Thür öffnete und sie in der herantretenden Gestalt Miß Temple erkannten die leise eintrat Jane ich möchte Dich dem Kummer und der Einsamkeit nicht überlassen sprach die Direktorin gütig komm mit in mein Zimmer und da Helene Snider in Deiner Gesellschaft sich befindet so kann auch sie Dir dahin nachfolgen Die beiden Mädchen folgten der Vorsteherin ohne ein Wort zu entgegnen sie mußten durch einige winkelige Gänge gehen und eine Treppe hinaufsteigen das Zimmer in welches sie gelangten war gut durchwärmt und hatte ein behagliches Aussehen Helene mußte sich auf einen niedrigen Stuhl an der Seite des Kamins niederlassen während Miß Temple einen anderen einnahm und Jane freundlich und aufmunternd an ihre Seite rief Ist jetzt Alles vorüber fragte sie Jane Hast Du Deinen Kummer ausgeweint Ich fürchte daß wird niemals geschehen können antwortete Jane Und warum mein Kind Weil man mich auf völlig ungerechte Weise beschuldigt und Sie Miß Temple wie alle übrigen Lehrerinnen und Schülerinnen werden mich für böse halten Du wirst für das gehalten werden Jane als was Du Dich zeigest Fahre fort wie ein braves Mädchen Dich zu betragen und Du wirst mich vollständig zufrieden stellen Werde ich das jemals können Miß Temple Das wirst Du Und nun sage mir wer ist die Dame welche Mister Blackhurst vorhin Deine Wohlthäterin nannte und die ihm Deinen Charakter so schwarz geschildert haben soll Mistreß Reed meines Onkels Fran Mein Onkel Reed starb und mußte mich da ich noch nicht erwachsen war ihrer Fürsorge überlassen So nahm sie Dich also nicht aus eigenem Antriebe an Kindesstatt an Nein Miß es war ihr unbequem ja eine Last mich in ihrem Hause zu behalten und doch weiß ich daß mein Onkel Reed der mich zärtlich liebte vor seinem Tode ihr den Schwur hat leisten lassen daß sie mich stets bei sich behalten und wie ihre eigenen Kinder aufziehen lassen wolle Nun Jane Du bist als Lügnerin angeklagt worden verteidige Dich gegen mich so gut Du kannst Erzähle mir was Dein Gedächtnis Dir als wahr mitteilt aber füge nicht das Geringste hinzu Jane bat um einige Minuten Geduld und vereinigte während dieser kurzen Pause alle ihre Gedanken auf den einen Punkt zusammen einen einfachen wahren und sachgemäßen Abriß von ihrem bisherigen Leben und ihrer Behandlungsweise in dem Reed'schen Hause zu entwerfen Als sie hierbei den Namen des Doktor Fowler erwähnte der sie in ihrer Krankheit behandelt hatte schaute sie Miß Temple scharf und beobachtend an reichte Jane die Hand und sprach gütig