zu und entferne Dich augenblicklich aus diesem Zimmer oder ich vergesse mich daß Du uns als eine Last aufgebürdet worden bist Jane entfernte sich eilenden Schrittes und schloß sich weinend in ihrer Stube ein sie bereute ihre Heftigkeit zwar bitter aber hätte sie eingestehen sollen daß sie im Unrecht gewesen wäre Nein gegen eine solche Unwahrheit lehnte sich ihr Gefühl in der Brust empört auf Anstatt John für sein Betragen hart zu bestrafen oder ihm wenigstens dasselbe in ernstlicher Weise als unstatthaft vorzuhalten wandte sich Mistreß Reed 's ganzer Zorn gegen das verlassene Mädchen das denselben in fast grausamer Weise büßen mußte Zunächst wurde ihr der fernere Unterricht bei Bessie in Gemeinschaft mit John entzogen und der Gouvernante bei Verlust ihrer Stellung angedroht sich um das verdorbene Kind nicht weiter zu kümmern und ihr keine Belehrung zukommen zu lassen Jane wurde in die Küche verwiesen wo sie sich durch Handreichungen und kleine Arbeiten der Köchin Esther nützlich machen und etwas für ihre Zukunft lernen solle der Köchin jedoch zugleich aufgegeben sich in keine Unterhaltung mit Jane einzulassen und ihr nur die nötigsten Anweisungen in aller Kürze zu erteilen Weiter wurde Jane verboten die Familienzimmer sowohl als auch die Bibliothek im ersten Stockwerk zu besuchen sowie ihr Schlafzimmer oder die Küche zu verlassen ja sie durfte nur mit Mistreß Reed 's besonderer Bewilligung welche durch Esther einzuholen war in den Garten wie überhaupt ins Freie gehen noch überhaupt mit Jemandem im Hause verkehren Jane 's weiches und tiefes Gemüt empfand diese Demütigungen und Beschränkungen bitter namentlich schmerzte es sie aufs tiefste daß sie von Bessie 's Unterricht und vom Besuche des Bibliothekzimmers ausgeschlossen war aber sie ertrug es still und ohne ein lautes Wort der Klage sie wußte sehr wohl daß sie eine solche Behandlung nicht verdient hatte und machte daher auch keinen Versuch bei ihrer Tante um eine Aufhebung dieser Verbote bittweise nachzusuchen Still und ergeben trug sie ihr einsames und trauriges Los ja sie lebte nur glücklich in der Erinnerung an Onkel Reed dessen Liebe und unaussprechliche Güte gegen sie mit lebhaften Zügen in ihr junges Herz eingeprägt war in solchen Stunden lebte sie glücklich allein unter Thränen Die Köchin Esther war ein gutmütiges Geschöpf das Mitleid mit dem stillen und sonst unverdrossenen Mädchen hatte und richtete nach etwa acht Tagen ihres Beisammenseins mit Jane gerade an einem schönen Wintersonntag Nachmittag als alle Arbeit in der Küche beendigt war die mitleidige Frage an sie Willst Dn die Tante nicht bitten Jane daß sie Dir erlaubt mit mir einen kleinen Spaziergang zu machen Nein lautete die kurze Antwort Und warum willst Du nicht mit mir gehen Jane fragte Esther weiter Sei nicht böse mit mir Esther sprach Jane weiter ich weiß Du meinst es gut mit mir und ich möchte so gern hinaus in die frische sonnenhelle Winterluft aber die Tante Reed um diese Erlaubnis zu bitten das vermag ich nicht über mich zu gewinnen Und warum nicht Du seltsames Geschöpf Weil sie mich für John 's Unrecht das er