beständig auf Gateshead weilte und oft die Nächte hindurch mitzubrachte Mistreß Reed erklärte der Auflösung des Kranken fast stündlich entgegensehen zu können Sie solle Georgine John und Jane im Krankenzimmer versammeln damit selbige sofort zur Stelle sein könnten wenn das Unvermeidliche eintreten sollte Stumm und widerstandslos verrichtete Reed 's Gattin diesen Auftrag selbst die Größe ihres drohenden Verlustes trat jetzt in ihrer wirklichen Gestalt vor ihre Seele und machte sie doch vor der nächsten Zukunft beben da sie stets an eine so große und so nahe Gefahr nicht geglaubt hatte und nicht hatte glauben wollen Mister Reed gewahrte trotz seiner Schwäche daß etwas Außergewöhnliches sich zutragen würde und ahnte sofort daß es sich um den Moment handelte in welchem er aus der Mitte seiner Familie aus seinem Eigentum aus diesem Leben scheiden müsse Er hatte es längst gefühlt daß es so kommen würde und war ruhig gefaßt ja sehr ergeben in sein Schicksal Die Thränen in den Augen seiner Gattin und Jane 's stummer Schmerz allein bereiteten ihm Sorge und Wehe Seine Kinder das wußte er standen ihm kalt gegenüber doch er überwand das Gefühl der Bitterkeit das sein Inneres noch einmal mit aller Kraft heimsuchen wollte winkte Beide an sein Lager und sprach zu ihnen Georgine John meine Kinder ich werde Euch in kurzer Zeit auf dieser Erde verlassen müssen werdet gute brave und tüchtige Menschen liebet und ehret Eure gute Mutter und vergeßt niemals was sie für Euch Euer ganzes Leben lang gethan und gesorgt hat Wollt Ihr mir das jetzt versprechen meine Kinder Wir geloben es Dir Vater flüsterten John und Georgine wirklich sehr gerührt Nun so segne ich Euch fuhr der Leidende fort von ganzem Herzen knieet nieder meine Lieben und empfanget meinen väterlichen Segen Georgine und John knieeten am Lager nieder während ihr Vater jedem eine Hand auf das Haupt legte und die Worte flüsterte Seid gesegnet Kinder und seid glücklich Euer Leben lang Sarah mein geliebtes Weib empfange Deines Gatten letztes Lebewohl und seinen innigen heißen Dank für Deine Liebe Deine Treue und Deine aufopfernde Pflege ich hätte noch so gern für längere Zeit in Eurer Mitte gelebt vom Schicksal aber war es anders bestimmt und in christlicher Demut füge ich mich Gottes unerforschlichem Ratschlusse ohne jedes noch so leises Murren Georg schluchzte Sarah sprich noch nicht vom Sterben versündige Dich nicht gegen Gott Ich sündige nicht Sarah Eure Mienen und Deine Thränen sagen deutlicher noch wie ich es seit gestern selbst empfinde daß mein letzter Augenblick auf dieser Erde gekommen ist Rege Dich nicht auf Georg ich beschwöre Dich um unserer Liebe unserer Kinder um Jane 's willen Ich rege mich nicht auf erwiderte Reed indem ein verklärtes Lächeln über sein Gesicht flog Um Jane 's willen Sarah Habe tausend tausend Dank für dieses milde gute Wort Du bist so liebreich heute daß ich noch eine dringende Bitte an Dich zu richten wage Wenn ich verschieden bin Sarah halte Jane wie Deine eigenen Kinder sei ihr Mutter eine liebreiche Mutter wie jetzt Ich