bist wenn Du die Vorschriften des guten Herrn Doktor genau befolgst und Dich der Pflege der Tante Reed ordentlich hingiebst Braves braves Kind flüsterte Reed leise und streichelte Jane 's Wange Nicht weinen Onkel nicht weinen bat Jane ängstlich ich sehe Thränen in Deinen Augen glänzen das thut mir weh Onkel Reed und das verstärkt auch Deine Krankheit Quäle den Onkel nicht Jane mit Deinem Jammern und Schreien sprach Mistreß Reed ärgerlich Der Onkel weint gar nicht weshalb sollte er auch wohl zu weinen nötig haben Weinst Du nicht Onkel fragte Jane zweifelnd Nein meine liebe Jane ich weine niemals wirklich wenn ich auch zuweilen traurig bin daß ich hier so unthätig auf meinem Lager bleiben muß während andere Leute so glücklich sind in Gottes freier und herrlicher Natur schaffen und arbeiten zu können Sieh Georg sprach Mistreß Reed unruhig ich fürchtete stets daß Jane 's Anwesenheit Dich auf solche Gedanken bringen würde und meine Befürchtung ist eingetroffen deshalb allein Nein nein Jane blicke mich nicht so angstvoll an wendete sich der Kranke zu dem Kinde das sich fest an ihn klammerte Du bleibst bei mir Du stimmst mich niemals traurig höchstens nur wehmütig und das wird mir niemals schaden nicht wahr Doktor Ich möchte aber doch bitten ein derartiges Gespräch abzubrechen erwiderte Mister Fowler ohne ein bestimmtes Nein oder Ja auf die an ihn gestellte Frage zu geben Ja ruhn und schlummern Onkel Reed bat Jane schmeichelnd ich werde an Deinem Lager weilen und über Deinen Schlummer der Tante Reed mit wachen helfen Mister Reed schloß in der That ermattet die Augen und schlummerte wirklich ruhig und fest ein Erst Abends spät erwachte er nachdem Jane schon aus freien Stücken so vernünftig gewesen das Krankenzimmer zu verlassen und ihre eigene Stube aufzusuchen Am frühen Morgen aber war sie wieder an ihres Onkels Lager und wich von demselben nur wenn sie von ihm gebeten wurde oder wenn sie selbst sah daß es nötig war und ihre Gegenwart hinderlich sein könnte in diesem Punkte besaß sie eine Sicherheit und ein Zartgefühl um welche sie von Erwachsenen zu beneiden gewesen wären War Jane auch nun stets um ihren Onkel wurde demselben auch die sorgfältigste ja die angestrengteste Pflege die höchste ärztliche Kunst gewidmet der Gang der Krankheit konnte nicht aufgehalten werden die Blutverluste welche die Folge eines erst nicht bemerkten aber später um so heftiger auftretenden inneren Verletzung waren kehrten wieder und zehrten die Kräfte des Kranken allmählich auf so daß sein Hinschwinden täglich sichtlicher vor Augen trat und selbst die trostlose Jane sich keiner trügerischen Hoffnung mehr hingab Es soll nicht zu schildern versucht werden welche Qualen und Schmerzen das jugendliche Gemüt erfüllten wir wollen nur erwähnen daß das junge Mädchen gleichfalls ermattete und nur wie ein kleiner bleicher Schatten in dem Krankenzimmer herum wandelte das von Georgine und John in wahrhaft unkindlicher Weise scheu gemieden wurde Unter Furcht und Bangen war so der W November herangekommen der Mister Reed so schwach antraf daß Doktor Fowler der fast Tag für Tag