an seine Gemahlin zu erheben berechtigt ist 89 Freilich Kindchen freilich Alles können Sie erfüllen was ein Mann nur verlangen kann Und den Lord halten Sie fest ehe er Ihnen wieder entschlüpft und davon in alle Winde verfliegt Ist denn sein Charakter stets so ruhelos gewesen ich sollte meinen nicht Mistreß Harleigh Da können Sie unbesorgt sein Miß Ist der Lord erst Ihr Gatte dann wird er Ihnen unverbrüchlich treu sein und Sie in Ehren halten wie es die Liebe und die Pflicht vorschreiben aber ehe er sich zu diesem Schritte entschlossen hat da müssen Kämpfe mannigfaltiger Art vorausgegangen sein Ja ja nun kann ich mir sein ganzes Wesen erklären er war Ihnen gleich von Anfang an gut aber er wollte es sich nicht eingestehen und Ihnen nicht gewahr werden lassen deshalb war er so launenhaft und oft mehr als sonderbar und rücksichtslos gegen Sie So raten Sie mir also seine Hand unbedingt anzunehmen trotz seines Spieles mit Lady Georgine Clarens und trotz des fremden hohen Besuches Mistreß Harleigh Ganz gewiß Sie können für das Leben nicht besser aufgehoben sein als an seiner Seite Aber mein Gott da fällt mir noch zu rechter Zeit ein daß Sie sich von mir trennen müssen wenn Sie Lady Rowland werden und daß ich dann wieder allein sein werde in Thornfield Na das soll nichts schaden wenn ich nur weiß daß Sie liebes Kind glücklich werden Ach da kommt ja die Gesellschaft von ihrem Ausfluge zurück die werden sich wundern wenn sie diese so unerwartete Verlobung zu vernehmen bekommen So weit sind wir noch nicht Mistreß Harleigh und vorläufig kein Wort zu jemand Anderem Versteht sich Miß Eyre vorläufig ist diese herrliche Neuigkeit nur für uns Mit diesen Worten lief die plötzlich wieder ganz heiter und vergnügt gewordene Base Judith ihren Beschäftigungen nach und ließ Jane Eyre sich nach ihrem Zimmer begeben Vierzehntes Kapitel Der Ausflug nach Millcote welchen Lord Rochester 's Gäste unternommen hatten war durch ein unvorhergesehenes Ereignis unterbrochen worden John Reed war weder entflohen noch hatte er sich selbst das Leben genommen vielmehr war er als er Kunde bekommen daß seine Mutter und Schwester bei Lord Rochester auf Thornfield seinen und daß Letztere Aussicht habe die Gemahlin des Lords zu werden auf den Gedanken gekommen seine verzweifelte Lage in die er durch Wechselfälschungen im Betrage von 100 Pfund geraten werde sein zukünftiger Schwager der ja über bedeutende Reichtümer zu verfügen habe leicht ordnen können ja ihm vielleicht noch einen ansehnlichen Vorschuß geben Einen wegen Wechselfälschung verfolgten Schwager zu haben sei jedenfalls für einen Lord keine angenehme Sache John war in der That im Laufe der Jahre von Stufe zu Stufe gesunken daß er bereits auf falsche Auskunftsmittel sinnen mußte um sein verbrecherisches Leben fristen zu können Von seiner Mutter hatte er nichts mehr zu hoffen ihre Mittel hatte er alle in seine Hände zu bekommen gewußt und bei leichtsinnigem und ausschweifendem Leben in vollständig unsinniger Weise vergeudet Nach Thornfield war sein Losungswort und ohne weitere Überlegung war er seiner Mutter und