aufrichtiges Bedauern darüber aus daß er Schwester und Nichte damals nicht habe persönlich erwarten können sondern habe abreisen müssen und es wehte ihr ein Hauch von wirklicher Teilnahme und Liebe entgegen so daß sie in ihrem Vorsatze zu scheiden immer mehr bestärkt wurde Der zweite Brief lautete noch fester und zuversichtlicher daß sie wenn Beide noch am Leben seien unverzüglich nach Madeira zu ihm kommen sollten Jane hatte zu Ende gelesen und barg die beiden Briefe in die Tasche ihres Kleides Im Begriff Lord Rochester um eine Unterredung zu bitten schritt sie nach der Thüre und schrak sichtlich zusammen als der Lord ihr gerade durch die Thüre entgegentrat Nun Miß Eyre ich denke Sie leisten Adele Gesellschaft damit sie ihre Strafe nicht allein abzusitzen braucht Ich war von Mistreß Reed um eine Unterredung gebeten und glaubte Ihrem Gaste eine solche nicht abschlagen zu dürfen Herr antwortete Jane Und wo wollten Sie jetzt hin Miß Eyre Adelens Zimmer liegt an jener Seite Es war meine Absicht Sie aufzusuchen Herr Mich Das ist seltsam Wann hätten Sie wohl diese Absicht einmal gehabt Ich war auch noch niemals in der Lage Herr Ihnen eine Bitte vorzutragen Miß Eyre ist das möglich Sie bitten etwas von mir Was wäre denn das was ich Ihnen erfüllen könnte Die Bitte Herr mich aus Ihrem Hause zu entlassen und aus Ihrem Dienste fortzuschicken Ich kann Sie doch wenn es Ihr Wille ist zu gehen am Fortgehen nicht hindern Vor einigen Wochen gab ich Ihnen das Versprechen Herr nicht eher aus Ihrem Hause scheiden zu wollen als bis Sie mich selbst fortschicken würden Ich hätte nicht geglaubt daß dieses Versprechen so schnell wie eine Fessel meinen Willen hemmen würde Ah recht ich hatte schon ganz vergessen Aber das ist leicht wieder gut zu machen und wenn Sie denn aus meinen Diensten treten wollen gut gehen Sie ich schicke Sie fort Ich danke Ihnen Herr Jane wendete sich leichenblaß werdend nach der Thür Doch halt Miß Eyre Sie erlauben mir wohl noch eine Frage an deren aufrichtiger Beantwortung mir gelegen ist Was treibt Sie zu diesem plötzlichen Entschluß Nun Herr ich bitte verlangen Sie keine Antwort Ich durchschaue Sie Miß Eyre Sie Misstrauen meine Eröffnungen die ich Ihnen vor einigen Tagen gemacht habe Mistreß Harleigh hat Sie gegen mich erbittert Herr welchen Verdacht hegen Sie da Misters Harleigh hat Ihnen gesagt ich sei ein Unmensch ich halte ein armes wahnsinniges Weib in meinem Hause gefangen anstatt sie einem Irrenhause anzuvertrauen und dieses Weib sei Lady Rochester meine eigene Gemahlin Nicht Mistreß Harleigh sagte das aber dies Gerücht ist im Munde Ihrer Leute Und Sie glaubten diesen düsteren Gerüchten und mißtrauten meinen Worten Nein Lord Rochester ich glaubte Ihnen und verachtete jene Lügen Und woraus haben Sie diese Überzeugung gewonnen Aus meiner Achtung vor Ihrem Charakter Lord Rochester der keiner Lüge fähig ist Also nicht aus diesem Grunde wollen Sie mich und mein Haus verlassen Nein Herr ich hielt Sie nie für schuldig Weshalb aber gehen Sie denn Weil es