eine Ahnung gehabt erwiderte Rochester und blickte sie mit forschendem Auge an In den Büchern über Naturgeschichte finden sich dieselben natürlich nicht im Leben in Familien aber desto öfterer entgegnete Georgine 's Mutter scharf und finster ja es giebt eine Art Schlangen die sich unbemerkt in große Häuser einschleichen still ihre Netze zu stricken wissen und sich so fest einnisten daß man sie schwerlich wieder zu entfernen vermag Und zu welcher menschlichen Gattung zählen Sie diese Reptilien fragte Rochester leicht Zu der der Erzieherinnen und Gouvernanten die um so verderbenbringender wirken als sie ihr langsam zehrendes und tödliches Gift in die Herzen der ihnen anvertrauten Zöglinge tropfenweise niederzulegen Gelegenheit haben antwortete Mistreß Reed Es entstand eine peinliche Pause in der Gesellschaft Alle blickten teilnehmend und erwartungsvoll nach Jane hin welche durch keine Bewegung durch keine Miene ihr Inneres verriet und nur Lord Francis konnte sich nicht zurückhalten zu fragen Mistreß Reed haben wohl diese traurige Erfahrung an sich selbst wahrgenommen Wie soll ich das verstehen Lord Francis fuhr Mistreß Reed auf Nun wenn man ein so hartes Urteil fällt so denke ich darf man nur aus eigener persönlicher Erfahrung sprechen antwortete Francis ich wenigstens würde keinen solchen vernichtenden Ausspruch über eine notwendige Klasse von Menschen ohne Prüfung zu fällen wagen Mama hat Recht warf Georgine ein man kann in der Wahl von Erzieherinnen denen man das Wohl und Wehe von Kinderherzen anvertraut nicht vorsichtig genug sein Nicht wahr Onkel Rochester ich habe eine gute und liebe Gouvernante in Miß Eyre erhalten die nichts mit einer Schlange gemein hat fragte Adele zuversichtlich gehabt wie ich Lady Clarens weil Sie so schön und liebenswürdig geworden sind Nicht wahr Aber Adele rief Georgine unwirsch Du zerdrückst mir ja mit Deiner Unruhe meine kostbare Toilette geh zu Deiner Gouvernante der kannst Du weniger Schaden thun Adele ging betroffen und verletzt zu Vane welche sic sanft liebkoste und streichelte Wo werden wir denn heute unsere Schritte hinlenken Lord Rochester fragte Marie Ingram um dem Gespräche eine andere Wendung zu geben Lord Rochester der während der letzten Wechselreden unablässig auf Jane geblickt hatte überhörte diese Frage gänzlich und gab erst auf eine Wiederholung derselben die Auskunft daß es seine Absicht gewesen sei die Herrschaften nach Millcote zu führen wenn er nicht durch einen vor einer halben Stunde eingetroffenen Brief aus London der in dringender Weise an ihn gerichtet sei davon zurückgehalten würde Lord Clawdon indessen welcher in Millcote ebenso genau bekannt sei wie er werde die Führung der Gesellschaft übernehmen die er im Laufe der ersten Nachmittagsstunden zurückerwarte Auch ich bitte mich zu entschuldigen Lord Rochester daß ich nicht bei der Partie sein kann erklärte Mistreß Reed welche von ihrer früheren Angst förmlich wieder gelähmt wurde daß ihr und ihrer Familie von Jane Eyre Unheil drohe ich werde im Hause zurückbleiben ich glaube die Luft ist heute nicht so mild wie an den beiden vergangenen Tagen Ganz nach Ihrem Wunsche Mistreß Reed erwiderte Rochester ich bitte sehr sich ja keinen Zwang auferlegen zu wollen wo es