der Welt zu verbergen Wie ich diese Pflicht bis heute erfüllt habe werden Sie zu beurteilen verstehen Miß Eyre Gewiß Herr erwiderte Jane ich verstehe aber auch wie Ihre Wohlthaten belohnt werden dieses Weib hat sie in kurzer Zeit schon zweimal ermorden wollen Mich Das liegt nicht in ihrer Absicht Sie weiß nicht und versteht nicht daß ihr Gatte gestorben ist in ihrem zerstörten Geist lebt Arthur in mir weiter der ich leider fast seine eigenen Züge trage Der Haß läßt sie stets meine Nähe ahnen und mit der Schlauheit des Wahnsinns ist sie unermüdlich bestrebt mich umzubringen zu verderben So droht sie mir mit Feuer mit Dolch und doch darf ich sie nicht von hier entfernen Das ist ein entsetzliches Los Herr gäbe es denn kein anderes Mittel sie in sicheren Gewahrsam zu bringen als hier warf Jane die schüchterne Frage auf Nein Nein rief Rochester entschieden Der Zufall oder Ihr Verhängnis Miß Eyre haben Sie mit einem Familien-Geheimnis bekannt gemacht das Sie allein mit dem Friedensrichter der Grafschaft und meiner Person teilen und das ich Sie bitten möchte in Ihrer Brust zu verschließen so fest wie ich es bis jetzt verborgen getragen habe Ich kann schweigen Herr und werde es erwiderte Jane mit fester Stimme So danke ich Ihnen im voraus und nun wollen wir uns zur Gesellschaft begeben welche einen Ausflug durch den Park zu machen beabsichtigt Sie begleiten uns doch Dürfte ich mich nicht von diesem Vergnügen ausschließen Herr bat Jane zaghaft Nein Miß Eyre ich verlange von Ihnen daß Sie sich meinen Gästen widmen daß Sie dieselben kennen lernen sowie daß auch Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse bekannt werden sollen Ich habe meine ganz bestimmten Absichten dabei Folgen Sie mir nach einigen Minuten in die Empfangszimmer wo man sich versammelt Ich sehne mich nicht nach Bekanntschaften Herr ich liebe die Einsamkeit mehr als die Gesellschaft Widersprechen Sie mir nicht beständig Miß ich will es und kann es auch verlangen Gut Herr ich werde folgen Rochester ging nach dem Empfangszimmer und als Jane dasselbe betrat fand sie bereits alle Gäste versammelt Rochester beeilte sich Jane seinen übrigen Gästen vorzustellen sie lernte hierbei Lord Ingram mit seinen Töchtern Annie und Marie zwei imponierenden und stolzen Schönheiten aber nicht mehr im ersten Jugendalter stehend kennen ferner Mister Robert Bordon und Mistreß Margarete Lund Das waren die sämtlichen Gäste Mistreß Reed und Georgine beachteten Jane so wenig als möglich und auch Jane hielt sich vollständig fern von ihnen und beschäftigte sich vorzugsweise mit Adele wenn sie nicht ausdrücklich von einer der fremden Personen in das Gespräch hineingezogen wurde Um so lebhafter und auffallender unterhielt sich Lord Rochester mit Mistreß Reed und besonders mit Georgine die er mit der ausgesuchtesten Aufmerksamkeit und Höflichkeit behandelte und sie bei jeder Gelegenheit auszuzeichnen pflegte Beim Aufbruch der Gesellschaft bot er ihr den Arm und ward während des ganzen Umgangs durch den Park ihr unzertrennlicher Gefährte Hatte sich am Tage zuvor Lord Francis um Mistreß Reed angelegentlich gesorgt so wendete er heute seine Aufmerksamkeit Jane