Mitwisserin eines Geheimnisses geworden das Niemand in meinem Hause kennt außer mir und Gratia Poole Mistreß Harleigh hat vielleicht eine dunkle Ahnung davon und auch die übrige Dienerschaft mag sich einbilden daß ich mein eigenes Weib hier gefangen halte Haben Sie nicht auch so etwas in Gedanken gehabt Miß Nein Herr ich habe nur Gratia Poole für die Thäterin und Urheberin gehalten bis Bis Sie in dieser Nacht eines Anderen belehrt wurden Sie sollen Alles erfahren Gratia Poole bewacht allerdings ein armes wahnsinniges Weib aber nicht mein Weib und doch eine Lady Rochester die Frau meines verstorbenen älteren Bruders und meine ehemalige Braut Ihre ehemalige Braut rief Jane heftig erschrocken aus Ja meine Braut Sie war meine erste und bis vor wenigen Wochen meine einzige Liebe jetzt ist sie nur eine Wahnsinnige der ich Schonung schulde die ich meinem feierlichen Versprechen zufolge keiner Anstalt keiner anderen Pflege anvertrauen darf als der Gratia Poole 's einer treuen Dienerin unserer Familie denn jene hat den Namen unserer Familie mit einem Schandflecken bedeckt und muß vor der Welt verborgen bleiben O das ist traurig sehr traurig flüsterte Jane als Rochester eine Pause eintreten ließ Ich war der zweitgeborene Sohn meines Vaters also ohne Vermögen ich liebte Harriet Durham und sie schwur es mir zu mich wieder zu lieben sie verlobte sich heimlich mit mir sie ward meine Braut Zu meiner Ausbildung wurde ich noch ein Jahr nach London gesandt und als ich nach Ablauf dieser Zeit zurückkehrte traf ich gerade ein als die Treulose mit meinem älteren Bruder ihre Vermählung feierte sie hatte den armen Sohn vergessen und an dessen Stelle den reichen Erben geheiratet Sie war Ihres Bruders Weib geworden Meines Bruders Weib Ich war außer mir vor Empörung vor Zorn vor Wut ich machte an jenem Tage einen Versuch ihn umzubringen aber ich ward überwältigt und auf ein Schiff gebracht das segelfertig lag und nach wenigen Stunden nach Indien abging Ich durchlebte eine entsetzliche grauenvolle Zeit der Schmerz über meinen Verlust und der Ingrimm über die erlittene Täuschung brachte mich fast um meinen Verstand ja ich hätte mir das Leben geraubt in manchem Anfalle von Verzweiflung wenn die ganze Schiffsmannschaft nicht die strengste Weisung von meinem Vater erhalten hätte jeden meiner Schritte auf das sorgfältigste zu überwachen damit ich weder entfliehen noch irgend einen andern gewaltsamen Vorsatz ausführen könnte Die Länge der Fahrt und der Verkehr mit gleichgültigen Menschen welche sich nur um ihre Arbeit und ihren Beruf kümmerten brachte mich allmählich wieder zur Besinnung und brachten auch Spuren von Ruhe in mein Herz zurück schließlich interessierte mich auch Indien mit seiner seltsamen großartigen Natur und mit seinem allen europäischen Gewohnheiten fremdartigen Leben und Treiben Die Tigerjagd bildete mein Hauptvergnügen und fast meine ganze Zeit verbrachte ich unter Gefahren und Abenteuern und war besonders da am liebsten wo es am entferntesten von menschlichen Wohnungen und Wesen war Für meinen Lebensunterhalt brauchte ich nicht zu sorgen da mein Vater wegen meiner gewaltsamen Entfernung sich verpflichtet fühlte mich durch reichliche Geldsendungen ein ungebundenes