diese Gouvernante Ihren kleinen Pflegling fragte Mistreß Reed welche ihre Selbstbeherrschung wieder erlangt hatte den Lord In allen Unterrichtsgegenständen in Sprachen Musik Zeichnen kurz in allen Dingen welche man von einer Gouvernante fordern kann Ja Miß Eyre malt sogar und zwar weit besser als sonst Dilettanten zu malen pflegen Herr ich bitte wagte Jane diesen Lobsprüchen gegenüber einzuwerfen Keine Widerrede Miß was wahr ist muß wahr bleiben Ein Lob von Ihnen Lord in Bezug auf Malerei wo Sie sonst ein so strenger Richter sind wiegt nicht leicht Wo lernten Sie denn alle diese Künste fragte Georgine mit einem neidischen Seitenblicke auf die schweigsame blasse Jane In der Lowood-Stiftung Mylady Werden denn fragte Mistreß Reed lauernd in dieser Waisenanstalt die nur von milden Gaben unterhalten wird solche nichtige Dinge wie Malen und Musik gelehrt Ich habe mir immer sagen lassen daß der fromme Doktor Blackhurst seinen Zöglingen die meistens nur aus verdorbenen und verwahrlosten Kreaturen bestehen sollen vor allen Dingen in Religion Gottesfurcht Demut Bescheidenheit und Arbeit unterrichte Auch das geschieht Mistreß erwiderte Jane Entschuldigen Sie Herr ich habe nicht die Ehre die Namen dieser Damen zu kennen Ach so entschuldigen Sie mich Miß Eyre daß ich so vergeßlich war und erlauben Sie daß ich mein Versehen wieder gut mache Lady Georgine Clarmes Mistreß Reed Lord Clawdon Lord Francis Mistreß Reed antwortete Jane unter einer tiefen Verbeugung können versichert sein daß ich in der Lowoodstiftung die von milden Gaben unterhalten wird Alles gelernt habe worin Doktor Blackhurst unterrichtet und daß ich den Personen cwig dankbar sein werde welche die Veranlassung waren daß ich dieses Unterrichts so lange teilhaftig wurde bis ich die Fähigkeiten mir erworben als Lehrerin dort einzutreten und mir späterhin eine Stelle als Erzieherin zu suchen Sie sind sehr bescheiden in Ihren Ansprüchen Miß Eyre erwiderte als von Seiten der beiden Damen keine Antwort erfolgte Lord Rochester Ich kenne Ihre Vergangenheit und Ihre Verhältnisse nicht kann also nicht wissen aus weichen Gründen man Sie nach Lowood brachte aber davon bin ich überzeugt daß Sie Derjenige nicht aus Liebe zu Ihnen auf die Galeeren von Lowood verbannt hat Lowood ist in der That eine Strafanstalt Geliebt hat er mich bestimmt nicht Herr das glaube und weiß ich auch aber er hat mich wider seinen Willen selbständig und zufrieden gemacht ich segne seine That Ich hoffe Lord Rochester hob Georgine in etwas Verletzung zeigendem Tone an daß wir nicht zu Ihnen gekommen sind uns über die Talente und die Vergangenheit noch Zukunft Ihrer Gouvernante zu unterhalten sondern nur mit unseres Gleichen zu verkehren Wenn auch Wissen und Talent den Geringsten zu unseres Gleichen erhebt reizende Georgine so haben Sie doch Recht daß es unhöflich von mir ist Sie von solchen Dingen zu unterhalten anstatt für Ihr Unterkommen und Ihre Bequemlichkeiten Sorge zu tragen 18 Und dabei glaube ich noch daß Miß Eyre gar nicht so gut malt wie Sie uns vorspiegeln ja daß Sie für Ihre Gouvernante auffallend Partei nehmen Nicht Für Miß Eyre fragte Rochester leise gereizt Ich wüßte nicht