Traurigkeit etwas zu verscheuchen ich dachte Zorn wäre besser als Kummer Aber mein Herz gehört ganz dir dir allein und bei dir würde es bleiben wenn mich auch das Schicksal wieder aus deiner Gegenwart verbannen sollte Abermals verdunkelten peinliche Gedanken sein Gesicht während er mich küßte Ach daß mein Gesicht dahin ist Ach daß meine Stärke gelähmt ist murmelte er gramerfüllt Ich liebkoste ihn um ihn zu trösten Ich wußte woran er dachte und wollte seinen Gedanken Worte leihen wagte es aber nicht Als er sein Gesicht eine Minute lang auf die Seite wandte sah ich eine Träne unter seinem versiegelten Augenlide hervordringen und die männliche Wange herablaufen Das Herz zog sich mir zusammen bei dem Anblick Ich bin um nichts besser als der alte vom Blitz getroffene Walnußbaum im Garten von Thornfield bemerkte er nach einer Weile Und welches Recht hätte wohl jener Baumstumpf von einem knospenden Geißblatte zu verlangen daß es seine Ueberbleibsel mit seinem jungen frischen Grün bekleide Du bist keine Ruine Eduard kein vom Blitz getroffener Baum du bist gesund und kräftig Pflanzen werden um deine Wurzeln her wachsen ob du es haben willst oder nicht weil sie sich in deinem Schatten wohl fühlen werden sie werden sich an dich anlehnen und sich um dich winden weil deine Stärke ihnen eine sichere Stütze bietet Abermals lächelte er offenbar fühlte er sich getröstet Du meinst Freunde fragte er Ja Freunde antwortete ich etwas zaudernd denn ich meinte ja mehr als bloß Freunde konnte aber kein anderes Wort finden Er half mir Aber ich brauche eine Frau Jane J was Ja ist das etwas Neues für dich Natürlich du hast ja zuvor nichts davon gesagt Ist dir diese Neuigkeit willkommen Das hängt von den Umständen ab von deiner Wahl Die du für mich treffen sollst Jane Ich lasse es auf deine Entscheidung ankommen So wähle denn diejenige die dich am meisten liebt Ich will wenigstens die nehmen die ich am meisten liebe Jane willst du mich heiraten Jawohl lieber Eduard Einen armen blinden Mann den du an der Hand wirft herumführen müssen Ja Eduard Einen Krüppel der zwanzig Jahre älter ist als du und dem du pflegen und warten muβt Ja O du Liebe Gott segne dich und lohne es dir Lieber Eduard wenn ich je in meinem Leben ein gutes Werk getan so bin ich jetzt belohnt Deine Frau zu sein bedeutet für mich das denkbar höchste Glück auf Erden Weil du dich gern für andere aufopferst Was opfere ich denn auf Hunger für Speise aussichtsloses ödes Warten für gegenwärtiges Glück Meine Arme um ein Wesen schlingen dürfen das mir lieb und wert küssen und herzen dürfen was ich liebe heißt das ein Opfer bringen Aber meine körperlichen Gebrechen Jane meine moralischen Mängel Sind für mich keine Eduard Ich liebe dich jetzt mehr wo ich dir wirklich nützlich sein kann als damals wo du in stolzer Unabhängigkeit dastandst wo du jede andere Rolle verschmähtest als die eines Wohltäters und Beschützers Bisher war es mir zuwider andere um