sich sorgfältig ein Geräusch zu machen er bleibt stehen weil er sich einbildet sie habe sich gerührt er zieht sich zurück denn nicht um die ganze Welt möchte er gesehen werden Alles ist still Abermals tritt er näher er neigt sich über sie ein leichter Schleier liegt auf ihrem Antlitz Er hebt ihn in die Höhe und bückt sich noch tiefer Jetzt erwarten seine Augen das schöne Bild warm blühend und liebenswert in seiner Unbeweglickeit zu sehen Aber wie starr blicken sie plötzlich Wie fährt er zusammen Wie zäh und gewaltsam umschließt er die Gestalt mit seinen Armen die er noch vor einem Augenblicke nicht mit einem Finger zu berühren wagte Laut schreit er ihren Namen er läßt seine Last wieder niedersinken und sieht sie mit wildem Entsetzen an Nun packt er sie wieder mit eisernem Griff und ruft sie überlaut denn ach er fürchtet nicht mehr durch einen Laut den er hervorbringen durch eine Bewegung die er machen kann sie aufzuwecken Er hatte geglaubt sie schlafe süß und er findet nun daß sie leblos wie ein Stein ist Ich hatte nach einem stattlichen Gebäude ausgeschaut und sah jetzt eine schwarze Ruine Die Vorderseite war wie ich sie einst in einem Traume gesehen nur noch eine muschelartige Mauer keine Fensterscheiben kein Dach keine Zinnen keine Schornsteine mehr alles war zusammengestürzt Und ringsumher herrschte Totenstille wie in einer Wildnis Nun konnte ich mich nicht länger wundern daβ auf Briefe die Ich an einige Bewohner des Schlosses gerichtet keine Antwort erfolgt war Vielleicht waren sie bei dem Brande umgekommen Und was war aus dem unglücklichen Eigentümer dieser Ruine geworden Auf diese Fragen mußte ich eine Antwort haben Ich konnte sie nirgends als in dem Gasthause bekommen und dahin kehrte ich denn auch sofort zurück Der Wirt ein Mann von mittlerem Alter brachte mir selbst mein Frühstück auf mein Zimmer Ich ersuchte ihn die Tür zuzumachen und sich zu setzen da ich ihn einiges fragen müßte Als er dies aber getan wußte ich kaum wie ich anfangen sollte so graute mir vor den möglichen Antworten Sie kennen natürlich Thornfield Hall brachte ich endlich heraus Ja gnädiges Fräulein ich habe einst dort gewohnt Wirklich Nicht zu meiner Zeit dachte ich Ihr Gesicht ist mir fremd Ich war nämlich bei dem verstorbenen Herrn Rochester Kellermeister setzte er hinzu Bei dem Verstorbenen Ich schien den Schlag dem ich auszuweichen gesucht hatte mit voller Macht erhalten zu haben Bei dem Verstorbenen sagte ich atemlos Ist er tot Ich meine den Vater des jetzigen Herrn den Vater des Herrn Eduard erläuterte er Ich atmete auf mein Blut fing wieder an zu kreisen Durch diese Worte zur völligen Gewißheit gelangt daß mein Herr Rochester wenigstens am Leben mit einem Worte der jetzige Herr sei schien es mir daß ich alles Kommende welcher Art auch die Eröffnungen sein möchten mit Ruhe anhören könnte Wohnt jetzt Herr Rochester in Thornfield Hall fragte ich und wußte natürlich welche Antwort erfolgen würde Dennoch wollte ich nicht direkt fragen wo er sich wirklich befinde