man quer über die Felder geht Ich stieg aus gab meinen Koffer dem Hausknecht zum Aufbewahren spendete dem Kutscher ein Trinkgeld und ging Der immer heller werdende Tag beleuchtete das Wirtsschild und ich las darauf in vergoldeten Buchstaben Zum Rochester-Wappen Mein Herz hüpfte vor Freude schon befand ich mich auf den Gütern meines Eduards Aber bald wurde mir wieder schwer ums Herz denn eine innere Stimme sprach zu mir Geh nicht weiter Frage wenigstens die Leute in dem Gasthhofe sie können deine Zweifel mit einem Male lösen Gehe auf jenen Mann zu und erkundige dich ob Herr Rochester zu Hause ist Dies alles war ganz vernünftig und doch konnte ich es nicht über mich gewinnen danach zu handeln Ich fürchtete so sehr eine Antwort die mich mit Verzweiflung erfüllen würde Den Zweifel verlängern hieß die Hoffnung verlängern Wenigstens wollte ich das Schloß noch einmal sehen Da stand ich schon auf den Feldern die ich blind taub halb wahnsinnig an dem Morgen durcheilt hatte an dem ich aus Thornfield entfloh Endlich tauchte das Gehölz in meinem Gesichtskreise auf das Dohlengeniste erschien in seiner dunkeln Masse ein lautes Gekrächze unterbrach die Stille des Morgens Ein unsagbares Entzücken bemächtigte sich meiner und ich eilte vorwärts Noch ein Feld das ich durchschreiten mußte noch ein Heckenweg mit seinen Windungen und es standen die Mauern des Hofraums die Hintergebäude da das Haus selbst war noch durch das Dohlengenist verdeckt Ich will es zuerst von vorn sehen so beschloß ich bei mir wo sich seine stolzen Zinnen mit einem Male dem Auge darbieten und wo ich das Zimmer meines Eduard auffinden kann Vielleicht sehe ich ihn am Fenster Er stehst früh auf vielleicht ergeht er sich jetzt in dem Obstgarten oder auf dem Pflaster vor dem Hause Könnte ich ihn doch nur sehen nur einen Augenblick In diesem Falle würde ich doch wohl nicht so närrisch sein auf ihn zuzustürzen Ich kann nicht dafür bürgen Und wenn ich es täte was dann Wem würde dadurch ein Schaden erwachsen wer könnte sich dadurch verletzt fühlen wenn ich noch einmal das Leben kostete das sein Bild mir geben kann Ich träume vielleicht sieht er jetzt die Sonne über die Pyrenäen aufgehen oder über dem flut und ebbelosen Meere des Südens Ich ging die untere Mauer am Obstgarten entlang und bog um die Ecke Dort war ein Pförtchen das auf die Wiese führte zwischen zwei steinernen Säulen die mit steinernen Kugeln bekränzt waren Von einer der Säulen aus konnte ich ganz gemächlich die volle Front des Schlosses sehen Vorsichtig streckte ich den Kopf vor um zu sehen ob noch in keinem Schlafzimmer die Rouleaus aufgezogen seien die Zinnen die Fenster die lange Fassade alles konnte ich von diesem meinem Posten aus sehen ohne selbst gesehen zu werden Jedoch was mußten meine Augen schauen Ein Gleichnis wird dem Leser meine Empfindungen erläutern Ein Jüngling findet seine Geliebte auf einer Moosbank eingeschlafen er will ihr schönes Gesicht sehen ohne sie aufzuwecken Er schleicht sich sacht über das Gras hin und hütet