Mittel sind wodurch die Menschen große Endzwecke erreichen und zu hohen Stellungen gelangen Ich beobachtete Ihre Lauf bahn mit Interesse weil ich Sie für ein Muster von einem fleißigen ordnungsliebenden energischen Weibe ansehe nicht weil ich tiefes Mitleid fühle für das was Sie durchgemacht oder was Sie noch leiden Sie möchten sich bloß als einen heidnischen Philosophen hin stellen sagte ich Nein Zwischen mir und den deistischen Philosophen ist der Unterschied Ich glaube an das Evangelium bin also kein heidnischer sondern ein christlicher Philosoph ein Jünger von der Sekte Jesu Als sein Jünger nehme ich seine reine gnaden volle wohltätige Lehre an Ich predige sie und muß sie gemäß meinem Eide ausbreiten Schon in meiner frühesten Jugend für die Religion gewonnen hat sie meine ursprünglichen Anlagen ausgebildet Aus dem kleinen unbemerkbaren Keime der natür lichen Reigung hat sie den schattenspendenden Baum Philan thropie genannt entwickelt Aus der wilden Wurzel menschlicher Rechtschaffenheit hat sie den echten Sinn für die göttliche Ge rechtigkeit groß gezogen Aus dem Ehrgeiz Macht und Ruhm für mein elendes Ich zu erlangen hat sie den Ehrgeiz gebildet das Reich meines Herrn auszubreiten für die Fahne des Kreuzes Siege zu erfechten So viel hat die Religion bei mir getan sie hat aus dem ursprünglich vorhandenen Stoff das möglichst Beste gemacht hat meine Natur von dem umgeb enden Unkraute und den Auswüchsen befreit und ihr die rechte Richtung gegeben Aber sie konnte die Natur nicht ganz aus rotten auch wird sie nicht ausgerottet werden bis dieses Sterb liche mit dem Unsterblichen vertauscht wird Nachdem er dies gesagt nahm er seinen Hut der auf dem Tische neben meiner Palette lag Noch einmal sah er das Porträt an Sie ist ein liebliches Geschöpf murmelte er Mit Recht führt sie den Namen Rosamunde Rose der Welt Und soll ich Ihnen keine Kopie davon anfertigen Wozu Er zog über das Bild das dünne Papierblatt her worauf ich beim Malen gewöhnlich meine Hand ruhen ließ um das Zeichenpapier nicht zu beschmutzen Was er auf diesem weißen Papier mit einem Male sah war mir unmöglich zu sagen aber etwas war ihm daran aufgefallen Er nahm es rasch in die Hand sah den Rand an und warf mir dann einen unaus sprechlich eigentümlichen ganz und gar unbegreiflichen Blick zu einen Blick der an meiner Gestalt meinem Gesichte und meiner Kleidung sich jeden Punkt zu merken schien denn er überflog alles mit Blitzesschnelle Seine Lippen öffneten sic als wollte er sprechen aber er drängte die Worte zurück die ihm auf der Zunge schwebten Was machen Sie denn da fragte ich Nichts war die Antwort Und indem er das Papier wieder hinlegte bemerkte ich wie er einen schmalen Streifen von dem Rande geschickt abriß Er ließ es in seinem Handschuh verschwinden nickte mir einen hastigen Abendgruß zu und entfernte sich Ei ei das ist doch zu stark rief ich Nun untersuchte ich auch das Papier sah aber nichts darauf als einige Farbenflecken die davon herrührten daß ich manch mal die Farbe an meinem Pinsel probiert hatte Ich grübelte