bald ganz elektrisiert Sie fragte mich ob ich diese Bilder selbst gemalt ob ich Französisch und Deutsch verstände und konnte nicht genug rühmen was für ein liebenswertes wunderbares Wesen ich sei Sie sagte ferner ich zeichnete besser als ihr Lehrer in der ersten Schule zu S und fragte mich zuletzt ob ich nicht ihr Portrait zeichnen wollte um es Papa zu zeigen Mit Vergnügen erwiderte ich ich fühlte wie ein künstlerisches Entzücken mich bei dem Gedanken durchbebte daß ich nach einem so vollkommenen Modell kopieren dürfe Sie hatte damals ein dunkelblaues seidenes Kleid an ihre Arme und ihr Hals waren bloß ihr einziger Schmuck waren ihre kastanien braunen Locken die mit der ganzen ungesuchten Anmut natür licher Locken über ihre Schultern herabwallten Ich nahm ein Blatt feines starkes Zeichenpapier und machte den Umriß sorgfältig Ich versprach mir das Vergnügen denselben zu kolorieren und da es schon spät wurde so sagte ich ihr sie müsse noch einmal kommen und sitzen Sie sprach mit ihrem Vater in so günstigen Ausdrücken von mir daß Herr Oliver den Abend darauf selbst mit ihr kam rin großer Mann mit massiven Gesichtszügen der in mittlerem Alter stehen mochte und einen grauen Kopf hatte Seine liebenswürdige Tochter sah an seiner Seite wie eine glänzende Blume neben einem grauen Turme aus Er schien ein schweig samer und vielleicht auch stolzer Mann zu sein im übrigen war er gegen mich sehr freundlich Die Skizze zu dem Portrait seiner Tochter gefiel ihm sehr er sagte ich müsse daraus ein vollständiges Gemälde machen Auch bestand er darauf daß ich den nächsten Tag kommen solle um den Abend in Vale-Hall zuzubringen Ich ging hin und fand ein großes schönes Wohnhaus das genügenden Beweis von dem Reichtum des Besitzers ablegte Rosamunde war solange ich dablieb in der heitersten Stimmung und voller Vergnügen Ihr Vater war sehr zuvorkommend und als er nach dem Tee mit mir ein Gespräch anknüpfte sprach er sich höchst billigend über meine Leistungen in der Schule zu Morton aus und setzte hinzu er fürchte nur nach dem was er sehe und höre daß ich zu gut für die Stell sei und sie bald gegen eine passendere vertauschen würde In der Tat sagte Rosamunde sie ist talentvoll genug Papa um Erzieherin in einer hohen Familie zu sein Herr Oliver sprach dann von Rivers und von dessen Familie mit großer Achtung Er sagte es sei ein sehr alter Name im Lande Das Haus der Rivers sei einst sehr reich gewesen ganz Morton hätte ihnen gehört und er denke der Repräsentant des Hauses könne sobald er nur wolle auch jetzt noch in die besten Familien heiraten Es sei doch schade daß ein so schöner und talentvoller junger Mann mit der Absicht umgehe als Missionar auszuziehen das heiße ein kostbares Leben ganz und gar wegwerfen Es schien daher daß Rosamundes Vater ihrer Verbindung mit St John kein Hindernis in den Weg legen würde Herr Oliver sah die gute Herkunft den alten Namen und den heiligen Beruf des jungen Geistlichen offenbar als einen genügenden Ersatz