Ich hätte wohl nichts tun nichts sagen sollen aber ein Gefühl der Reue daß ich so sein Innerstes verletzt quälte mich dergestalt daß ich nicht umhin konnte Bal sam in die Wunden zu träufeln die ich verursacht hatte Ich liebe dich sagte ich und das mehr als je aber ich darf dieses Gefühl nicht zeigen und darf ihm nicht nachhangen und dies ist das letztemal daß ich es ausdrücken kann Das letztemal Jane Was glaubst du du könntest mit mir leben und mich Tag für Tag sehen und doch wenn du mich noch liebst stets kalt sein und fremd tun Nein das könnte ich sicherlich nicht und deshalb sehe ich wohl daß es nur ein Mittel gibt aber Sie werden rasend werden wenn ich davon spreche O nenne es Wenn ich rase so verstehst du dich gut aufs Weinen Herr Rochester ich muß Sie verlassen muß von Ihnen scheiden für das ganze Leben und eine neue Existeng beginnen unter fremden Gesichtern und in fremdem Lande Nun ja das will ich ja auch Nur daß wir nicht voneinander scheiden wollen das wäre Wahnsinn Du meinst du müßtest ein Teil von mir werden Ja ia was das neue Leben betrifft so hat das seine Richtigkeit du sollst dennoch meine Frau sein ich bin nicht verheiratet Du sollst Frau Rochester werden dem Namen nach und in der Wirklichkeit Ich werde nur dir gehören solange du und ich leben Du sollst auf ein Gut gehen das ich im südlichen Frankreich besitze eine Villa mit weißen Mauern an den Ufern des Mittelländischen Meeres Dort sollst du ein sicheres glückliches und durchaus unschuldiges Leben führen Fürchte nicht daß ich dich täusche dich zu meiner Maitresse machen möcte Warum schüttelst du so den Kopf Jane du mußt vernünftig sein sonst komme ich in Wahrheit wieder von Sinnen Seine Stimme und seine Hand zitterten seine großen Nasen löcher wurden weiter sein Auge sprühte Funken dennoch wagte ich zu sprechen Herr Rochester Ihre Frau lebt noch das ist eine Tatsache die Sie diesen Morgen selbst anerkannt haben Wollte ich mit Ihnen leben wie Sie wünschen so würde ich Ihre Mai tresse sein der Sache einen andern Namen zu geben ist Sophisterei Jane ich bin kein Mann von sanftem Temperament du vergißt das Ich habe nicht viel Geduld ich bin nicht kalt und leidenschaftslos Aus Mitleid für mich und für dich lege deine Finger auf meinen Puls fühle wie er schlägt und hüte dich Er entblößte sein Handgelenk und bot es mir hin Das Blut wich aus seiner Wange und seinen Lippen sie wurden bläulich überall sah ich nur Unheil Ihn durch Widerstand zu reizen war grausam ihm aber nachzugeben davon konnte keine Rede sein Ich tat was menschliche Wesen instinktmäßig tun wenn sie zum Aeußersten getrieben werden wenn sie sich sonst nicht mehr zu helfen wissen ich erwartete Hilfe von oben die Worte Gott helfe mir entfielen unwillkürlich meinen Lippen Ich bin ein Narr rief Herr Rochester plötzlich Ich rede ihr doch nicht warum Ich vergesse daß sie nichts