eines ruhigen durch eine unerwartete Nachricht erregten Geistes aus Als sie mich sah faßte sie sich wieder einigermaßen sie strengte sich etwas an um zu lächeln und brachte einige Glückwünsche hervor aber das Lächeln erstarb und die Phrase blieb unbeendigt Sie legte ihre Brille zusammen machte die Bibel zu und schob ihren Stuhl vom Tische weg Mein Erstaunen ist so groß begann sie daß ich kaum weiß was ich zu Ihnen sagen soll Fräulein Eyre Ich habe doch nicht geschlafen Bisweilen schlafe ich halb und halb ein wenn ich allein dasitze und mir Dinge vorstelle die sich nie ereignet haben Können Sie mir nun sagen ob es wirklich wahr ist daß Herr Rochester Sie um Ihre Hand gebeten Lachen Sie mich nicht aus Aber ich bilde mir wirklich ein er sei vor fünf Minuten hereingekommen und habe gesagt daß Sie in einem Monate sein Frau sein würden Er hat dasselbe auch mir gesagt entgegnete ich Wirklich Glauben Sie ihm Haben Sie Ihre Einwilligung gegeben Ja Sie sah mich ganz verwirrt an Das hätte ich mir nie in den Sinn kommen lassen Ein so stolzer Mann Alle Rochesters waren stolz und sein Vater wenigstens liebte auch das Geld Auch hielt man ihn immer für einen vorsichtigen Mann Er will Sie demnach heiraten So sagte er mir Sie maß mich vom Kopf bis zu Fuß in ihren Augen las ich daß sie an meiner Person keinen Reiz gefunden der mächtig genug gewesen wäre um das Rätsel zu lösen Das geht über meinen Verstand fuhr sie fort aber ohne Zweifel ist es wahr da Sie es mir sagen Wie das ausfallen wird vermag ich nicht zu sagen ich weiß es wahrhaftig nicht Gleichheit der Stellung und des Vermögens ist in solchen Fällen oft ratsam und zudem sind Sie und er was das Alter betrifft zwanzig Jahre auseinander Er könnte fast Ihr Vater sein O ganz und gar nicht Frau Fairfax rief ich etwas ärgerlich von einem Vater ist nichts an ihm zu bemerken Niemand der uns je beisammen gesehen hat würde so etwas vermuten Herr Rochester sieht so jung aus und ist so jung wie manche fünfund zwanzigjährigen Männer Und will er Sie wirklich aus Liebe heiraten fragte sie Ich war durch ihre Kälte und ihren beharrlichen Zweifel so verletzt daß mir Tränen in die Augen kamen Es tut mir leid Ihnen wehe zu tun fuhr die Witwe fort allein Sie sind noch so jung und kennen die Männer so wenig daß ich Sie warnen wollte Es ist ein altes Sprichwort Es ist nicht alles Gold was glänzt und in diesem Falle wird fürchte ich etwas ganz anderes herauskommen als Sie oder ich erwarten Warum Bin ich denn eine Nachteule sagte ich Ist es denn so unmöglich das Herr Rochester mich aufrichtig lieben sollte Nein Sie sehen recht hübsch aus und zwar in neuester Zeit viel hübscher als früher und Herr Rochester hat Sie auch ich zweifle nicht daran recht gern Ich habe immer bemerkt daß er Ihnen viel Aufmerksamkeit schenkte und wollte