werde ich ruhig und unbelästigt leben Für einige Zeit werde ich mich damit beschäftigen daß ich die Dogmen der römisch-katholischen Kirche prüfe und genau kennen zu lernen suche wie ihr System wirkt Finde ich dann wie ich schon halb und halb vermute daß dieser Glaube am besten geeignet ist Ordnung Ruhe und Glück zu verbreiten so werde ich eine Bekennerin der Lehre Roms werden und wahrscheinlich den Schleier nehmen Ich zeigte weder Erstaunen über den Entschluß noch machte ich einen Versuch sie davon abzubringen Dieser Beruf paßt auf ein Haar für dich dachte ich mögest du dich wohl dabei befinden Als wir voneinander schieden sagte sie Leb wohl Cousine Jane Eyre ich wünsche daß es dir wohl ergehen möge du hast einigen Verstand Ich erwiderte darauf Auch du bist nicht ohne Verstand Cousine Elisa wa du aber davon besitzest wird vermutlich übers Jahr lebendig in einem französischen Kloster eingemauert sein Indessen geht es mich nichts an und wenn es dir so gefällt so kümmert's mich nicht viel Du hast recht sagte sie und mit diesen Worten ging jede ihren eigenen Weg Da ich später keine Gelegenheit haben werde von ihr und ihrer Schwester zu sprechen so will ich hier schon erwähnen daß Georgiana eine sehr vorteilhafte Partie machte indem sie einen reichen aber abgelebten Mann der feinen Welt heiratete und daß Elisa sich wirklich als Nonne einkleiden ließ und jetzt Oberin des Klosters ist wo sie ihr Noviziat bestand und dem sie ihr ganzes Vermögen vermachte Ich ging also nach Thornfield zurück aber wie lange konnte ich noch da bleiben Nicht lange dessen war ich gewiß Ich hatte von Frau Fairfax während meiner Abwesenheit vernom men daß die Gesellschaft die im Schlosse gewesen nun aus einandergegangen sei Herr Rochester war vor drei Wochen nach London gereist wurde aber damals in 1 Tagen zurück erwartet Frau Fairfax sprach die Vermutung aus daß er dorthin gegangen sei um Anstalten zu seiner Heirat zu treffen da er davon gesprochen daß er einen neuen Wagen kaufen wolle Sie sagte ferner der Gedanke daß er Fräulein Blanche Ingram heiraten wolle komme ihr immer noch wunderlich vor nach dem aber was jedermann sage und was sie selbst gesehen könne sie nicht länger daran zweifeln daß dies Ereignis bald stattfinden werde Sie müßten gewaltig ungläubig sein wenn sie daran zweifel ten war der Kommentar den ich bei mir darüber machte Ich zweifle gar nicht daran Nun kam die Frage Wohin gehst du jetzt Die ganze Nacht träumte ich von Fräulein Blanche in einem farbenreichen Morgentraum sah ich wie sie mir die Tore von Thornfield vor der Nase zuschloß und mich auf einen andern Weg hinwies und Herr Rochester stand mit übereinander geschlagenen Armen da und sah sie und mich mit ingrimmigem Lächeln an Ich hatte Frau Fairfax den Tag meiner Rückkehr nicht genau angegeben da ich nicht wünschte daß ein Wagen in Millcote auf mich warten sollte Ich nahm mir vor den Weg von dort zu Fuß zurückzulegen Ich schlich mich nachdem ich meinen Koffer dem Hausknecht