nicht krank geworden Was hat Sie denn aber krank gemacht fuhr Herr Lloyd fort als Bessie weggegangen war ich wurde in ein Zimmer eingesperrt und da ist ein Gespenst gekommen ich sah Herrn Lloyd lächeln und zu gleicher Zeit die Stirn runzeln Ein Gespenst Dann sind Sie also doch kindischer als ich dachte Sie fürchten sich vor Gespenstern Vor Herrn Reeds Geist fürchte ich mich er starb in jenem Zimmer und wurde dort in den Sarg gelegt Niemand seht da bei Nacht hinein wenn er nicht muß es war grausam nicht dort allein und noch dazu ohne Licht einzuschließen so grausam daß ich es wohl nie vergessen werde Unsinn Das macht Sie so unglücklich Sie fürchten sich bei hellem Tage Nein aber bald wird wieder die Nacht da sein und zudem bin ich unglücklich recht unglücklich wegen anderer Dinge Wegen welcher andern Dinge Darf ich 's wissen Wie gerne hätte ich ihm auf diese Frage eine ausführliche Antwort gegeben Aber ich fand nicht die richtigen Worte denn Kinder werden sich gewöhnlich nicht klar über die Natur ihrer Empfindungen Da ich indessen fürchtete diese erste und einzige Gelegenheit meinen Kummer durch Mitteilung zu lindern möchte mir verloren gehen stieß ich nach einem verlegenen Stillschweigen eine nicht sehr gescheite aber doch wahre Antwort hervor Erstens habe ich weder Eltern noch Geschwister Aber wenigstens eine gütige Tante einen Vetter und Cousinen ich schwieg abermals einen Augenblick endlich stotterte ich Aber John hat mich zu Boden geschlagen und meine Tante mich in das rote Zimmer eingesperrt Hm hm Aber sagen Sie mal lebt es sich nicht sehr angenehm in Gateshead-Hall Und sind Sie nicht dankbar für diese Wohltat Es ist nicht mein Haus Herr Lloyd Alle sagen ich habe weniger Recht auf solch ein Obdach als ein Dienstbote Wenn ich bloß wüßte wo ich sonst unterkommen könnte ich liefe noch heute davon Haben Sie außer Frau Reed noch andere Verwandte Tante Reed sagte einmal ich habe einige arme Verwandte sie weiß aber nichts von ihnen Möchten Sie bei solchen Verwandten wohnen ich dachte über die Sache nach Die Armut hat für erwachsene Leute nichts Einladendes noch weniger aber für Kinder mit dem Wort Armut verbinden sie bloß die Vorstellung von zerlumpten Kleidern spärlicher Nahrung öden kalten Stuben rohen und gemeinen Lastern Nein ich möchte nicht bei armen Leuten sein lautete meine Antwort Auch nicht wenn diese Leute Sie freundliche behandeln ich schüttelte den Kopf ich konnte nicht einsehen wie arme Leute das Vermögen in sich haben sollten freundlich zu sein und dann ihre Sprache Und ohne Erziehung bleiben Aufwachsen wie eine der armen Frauen die ich bisweilen im Dorfe Gateshead vor ihren Türen ihre Kinder stillen oder Windeln waschen gesehen hatte Nein ich war nicht heroisch genug die Freiheit um einen solchen Preis zu erkaufen Sind denn Ihre Verwandten ganz arm Sind es Arbeiter oder Tagelöhner ich weiß es nicht Tante Reed sagt wenn ich Verwandte habe könnte es nur Bettlerpack sein ich möchte nicht betteln gehen Wie wär 's mit einer Schule wo