seitdem erfahren daß jene zu einer Abart gehörte welche nur mit Goldstaub gedüngt werden konnte und ich liebe die Blüte nur noch zur Hälfte besonders wenn sie so künstlich aussieht wie in diesem Augenblick Ich erhalte sie und pflege sie eigentlich nur nach jener Lehre der römisch-katholischen Kirche die da sagt daß wir durch ein e gute Tat unzählige Sünden zu sühnen vermögen Alles dies werde ich Ihnen ein andermal erklären Gute Nacht e 15 Kapitel Der geheimnisvolle Brand Es kommt Besuch ins Haus Ich kam jetzt mit Mr Rochester oft ins Gespräch Seine freundliche Offenherzigkeit zog mich zu ihm hin Zuweilen war mir als sei er mir nahe verwandt ich vergaß ganz daß er eigentlich mein Herr wohl war er hier und da noch gebieterisch und herrisch aber es kränkte mich nicht mehr ich wußte daß dies nun einmal seine Art sei Ich wurde so zufrieden so glücklich mit dieser neuen Bekanntschaft daß ich aufhörte mich nach anderen Menschen zu sehnen die Leere meines Daseins war ausgefüllt meine körperliche Gesundheit wurde besser ich wurde stark und kräftig Eines Abends war ich zu Bett gegangen Es kam mir der Gedanke wie schmerzlich ich es empfinden würde wenn Mr Rochester Thornfield verlassen würde Obgleich ich meine Kerze jetzt ausgelöscht hatte konnte ich nicht schlafen Wenn er nun Frühling Sommer und Herbst fortbliebe wie freudlos würde dann der Sonnenschein wie traurig würden die schönen Tage für mich sein Ich weiß nicht ob ich nach diesen Gedanken eingeschlafen war oder nicht auf jeden Fall fuhr ich aber erschreckt empor als ich ein undeutliches Geräusch seltsam und unheimlich vernahm das wie ich glaubte gerade über meinem Kopfe war Ich wünschte daß ich meine Kerze hätte brennen lassen die Nacht war dunkel mein Gemüt war bedrückt Ich richtete mich im Bette auf um zu horchen Das Geräusch verstummte Wiederum versuchte ich zu schlafen aber mein Herz klopfte ängstlich meine innere Ruhe war hin Weit unten im Schlosse verkündete die Uhr die zweite Stunde In diesem Augenblick war es als hätte jemand sich durch die dunkle Galerie an den Holzverkleidungen der Wand entlang getastet Ich rief Wer ist da Niemand antwortete Die Furcht machte mich beben Plötzlich fiel es mir ein daß es Pilot sein könne welcher oft wenn die Küchentür nicht geschlossen war seinen Weg bis an die Schwelle von Mr Rochesters Zimmer fand und sich dort niederlegte Oft hatte ich ihn am Morgen selbst dort liegen sehen Einigermaßen durch diesen Gedanken beruhigt legte ich mich wieder Stille stärkt die Nerven und da jetzt eine ununterbrochene Stille im ganzen Hause herrschte fühlte ich wie der Schlaf sich wiederum einstellte Aber das Schicksal hatte beschlossen daß ich in dieser Nacht keinen Schlummer finden sollte Kaum hatte ein Traum begonnen als er erschreckt von dannen floh von einem markerschütternden Zwischenfall verjagt Es war ein dämonisches Lachen leise unterdrückt tief welches durch das Schlüsselloch in mein Zimmer drang Das Kopfende meines Bettes stand nahe an der Tür und im ersten Augenblick glaubte ich daß dieser geisterhafte Lacher neben