hübscher Salon mit einem Boudoir beide waren mit weißen Teppichen belegt die mit bunten Blumengirlanden bedeckt schienen die Decke war reich mit schneeigem Stuck bedeckt welcher weiße Weintrauben und Blätter darstellte seltsam kontrastierten damit die feuerroten Stühle und Ottomanen Die Zierate welche den Kaminsims aus weißem carrarischem Marmor schmückten bestanden aus funkelndem rubinrotem böhmiscem Glas und in den Spiegeln zwischen den Fenstern wiederholte sich die allgemeine Mischung von Schnee und Feuer Wie schön Sie diese Zimmer in Ordnung halten Mrs Fairfax rief Jane Kein Staub keine Überzüge aus Glanzleinwand Man könnte wirklich glauben daß sie täglich bewohnt würden wenn die Luft nicht ein wenig gruftartig wäre Nun Miß Eyre wenn Mr Rochesters Besuche hier auch nur selten sind so kommen sie ebenfalls stets unerwartet und plötzlich und da ich bemerkt habe daß es ihn stets schlechter Laune macht wenn er alles eingehüllt findet und mitten in die Geschäftigkeit des Räumens hineinkommt so dachte ich mir es sei das Beste die Zimmer stets in Bereitschaft zu halten Ist Mr Rochester ein strenger und kleinlicher Herr fragte Jane Nicht gerade das aber er hat die Neigungen und Gewohnheiten eines Gentleman und er erwartet daß alle Dinge sich dem anpassen Lieben Sie ihn Ist er allgemein beliebt O ja Die Familie hat hier stets in großer Hochachtung gestanden Seit Menschengedenken hat alles Land in der Gegend so weit das Auge reicht den Rochesters gehört Gut aber lieben Sie ihn ganz abgesehen von seinen Besitzungen Lieben Sie ihn um seiner selbst willen Ich habe keine Ursache etwas anderes zu tun als ihn zu lieben und ich glaube auch daß seine Pächter und Untergebenen ihn als einen freigebigen und gerechter Gebieter betrachten aber er hat niemals viel unter ihnen gelebt.’ Aber wie ist sein Charakter ’ O sein Charakter ist fleckenlos Vielleicht ist er in manchen Dingen ein klein wenig seltsam ich vermute daß er viel gereist ist und viel von der Welt gesehen hat Ich glaube auch daß er sehr gescheit ist aber ich habe niemals Gelegenheit gehabt mich viel mit ihm zu unterhalten.’ In welcher Weise ist er denn seltsam Ich weiß es nicht Das ist nicht so leicht zu beschreiben nichts besonders Auffallendes aber man fühlt es wenn man mit ihm spricht Man weiß niemals ob er im Scherz oder im Ernst redet ob er sich freut oder ob er sich ärgert Kurzum man versteht ihn nicht recht wenigstens ich verstehe ihn nicht Aber das schadet ja nichts er ist ein sehr guter Herr und Gebieter Dies war alles was Jane von Mrs Fairfax über ihren Brotherrn erfahren konnte Als sie das Speisezimmer verließen schlug Mrs Fairfax Jane vor ihr den übrigen Teil des Hauses zu zeigen und Jane folgte ihr treppauf treppab und bewunderte alles im Gehen denn alles war schön und geschmackvoll geordnet Besonders die großen Zimmer an der Vorderseite des Hauses erschienen ihr prächtig und einige der Zimmer des dritten Stocks obgleich düster und niedrig waren interessant durch ihr altertümliches Aussehen Die Möbel welche einst für die unteren Gemächer