hätte stören dürfen Von Jane wünschte sie daß sie sich um den Haushalt kümmere Besucher empfing und Kondolenzschreiben beantworte Eines Morgens sagte sie Jane daß sie ihrer jetzt nicht weiter bedürfe Und ’ fügte sie hinzu ich bin Ihnen sehr verbunden für Ihre außerordentlichen Dienste und Ihr vornehmes Verhalten Es ist freilich ein großer Unterschied ob man mit Ihnen lebt oder mit Georgina Sie tragen Ihre eigene Last in Leben und quälen und belästigen niemand Morgen fuhr sie fort begebe ich mich nach dem Kontinent Ich werde meinen Aufenthalt in einem frommen Hause bei Lisle nehmen ein Nonnenkloster wie man es zu nennen pflegt Dort werde ich ruhig und ungestört leben Ich werde mich für einige Zeit der Prüfung des römisch-katholischen Dogmas widmen und sorgfältig die Werke über diese Lehre prüfen Wenn ich finde wie ich es halb und halb erwarte daß es dasjenige ist welches darauf berechnet ist alle Dinge des Lebens in guter Ordnung und ruhig ausführen zu können so werde ich mich zu den Lehren bekennen welche von Rom ausgegangen sind und wahrscheinlich den Schleier nehmen Jane drückte durchaus kein Erstaunen über diesen Entschluß aus und versuchte ebensowenig sie von demselben abzubringen Als sie sich trennten sagte sie Leben Sie wohl Cousine Jane Eyre möge es Ihnen gut gehen Sie besitzen ziemlich viel Einsicht und Verstand Mit diesen Worten trennte sie sich von Jane und jede ging ihres Weges Da keine Gelegenheit mehr sein wird wieder auf sie oder ihre Schwester zurückzukommen soll hier für die neugierige Leserin noch erwähnt werden daß Georgina eine vorteilhafte Heirat mit einem sehr reichen Manne von Welt schloß und daß Eliza in der Tat den Schleier nahm und heute Oberin des Klosters ist in welchem sie die Zeit ihres Noviziats zubrachte Ihr Vermögen hat sie demselben ebenfalls vermacht Endlich war für Jane wieder die Zeit der Freiheit gekommen und sie sehnte sich sehr nach Thornfield und seinen Bewohnern So beschleunigte sie ihre Vorbereitungen zur Rückkehr und bald saß sie im Postwagen Die Reise war sehr langweilig Fünfzig Meilen am ersten Tage Nachtruhe in einem Landwirtshause fünfzig Meilen am zweiten Tage Während der ersten zwölf Stunden dachte sie an Mrs Reed und ihre letzten Stunden Dann fielen ihr Eliza und Georgina ein Sie sah die eine inmitten aller Vergnügungen die andere als die Bewohnerin einer Klosterzelle Die späte Ankunft in dem Landstädtchen F verjagte diese Gedanken die Nacht zog herbei und Jane schlief fest Tief am Nachmittage des zweiten Tages kam sie in Millcote an Sie hatte Mrs Fairfax den Tag ihrer Ankunft nicht bekannt gegeben denn sie wünschte nicht daß man ihr irgendein Fuhrwerk nach Millcote entgegenschickte Sie hatte sich vorgenommen die Strecke Weges ruhig allein zu gehen und nachdem sie ihren Koffer in dem Gasthause zurückgelassen hatte machte sie sich unbemerkt aus dem Hotel zum heiligen Georg davon und schlug an einem schönen Juniabende gegen sechs Uhr die alte Straße nach Thornfield ein einem Weg der hauptsächlich durch Felder führte und wenig benutzt wurde Es war ein warmer linder aber