ohne Weiteres in das Zimmer zurück und schloß mich ein Ich hörte sie fortrauschen und dann sank ich in Ohnmacht Drittes Capitel Als ich wieder erwachte geschah es mit einem Gefühl als hätte ich ein furchtbares Alpdrücken gehabt und ich sah vor mir einen schrecklichen rothen Schein der von starken schwarzen Stangen durchkreuzt war Ich hörte auch Stimmen die in hohlem Ton sprachen als würden sie von dem Rauschen des Windes erstickt Die Ungewißheit und die vorherrschende Empfindung des Schreckens verwirrten meinen Geist Bald wurde ich gewahr daß mich Jemand anfaßte und mich in sitzende Stellung hob und zwar sanfter als man mich je vorher aufgerichtet oder unterstützt hatte Mein Kopf lag auf einem Kissen oder auf einem Arme und ruhte weich Nach wenigen Minuten verschwand die Wolke der Verwirrung ich wußte daß ich in meinem Bette lag und daß der rothe Schein von dem Feuer des Kamins in der Kinderstube herrührte Es war Nacht ein Licht brannte auf dem Tische Bessie Stand ein Becken in der Hand am Fußende des Bettes ein Herr saß auf einem Stuhle neben meinem Kopfkissen und neigte sich über mich Ich empfand eine unaussprechliche Erleichterung eine besänftigende Ueberzeugung des Schutzes und der Sicherheit als ich wußte daß ein Fremder im Zimmer war eine Person die nicht zu Gateshead gehörte und nicht mit Mistreß Reed verwandt war Mich von Bessie abwendend obgleich ihre Gegenwart mir viel weniger lästig war als es die der Miß Abbot gewesen sein würde beobachtete ich das Gesicht des Herrn Ich kannte ihn es war Herr Lloyd ein Apotheker und Wundarzt der zuweilen von Mistreß Reed gerufen wurde wenn ihre Diener krank waren wegzogen sie und ihre Kinder einen Arzt gebrauchten Nun wer bin ich fragte er Ich nannte seinen Namen und reichte ihm zugleich meine Hand Er nahm sie lächelte und sagte Es wird schon nach und nach besser mit uns werden Dann legte er mich nieder und trug Bessie auf dafür zu sorgen daß ich während der Nacht nicht gestört werde Nachdem er noch einige weitere Anordnungen gegeben sagte er er werde am nächsten Tage wiederkommen und entfernte sich zu meinem Kummer Ich hatte mich beschützt und sicher gefühlt während er auf dem Stuhle neben meinem Bette gesessen als er die Thür hinter sich zumachte sank mein Muth und eine unaussprechliche Traurigkeit beschlich mein Herz Meinen Sie daß Sie schlafen könnten Miß fragte Bessie ziemlich sanft Kaum wagte ich zu antworten denn ihr nächstes Wort konnte rauh sein Ich will es versuchen sagte ich Möchten Sie vielleicht trinken oder etwas essen Nein ich danke Ihnen Bessie Dann denke ich will ich zu Bette gehen denn es ist schon über zwölf aber Sie können mich rufen wenn Sie in der Nacht etwas bedürfen Das war eine wunderbare Höflichkeit Sie machte mich so kühn eine Frage zu thun Bessie was ist mit mir geschehen Ich vermuthe Sie wurden im rothen Zimmer vom vielen Schreien ohnmächtig Es wird ihnen bald besser sein Bessie ging in das Zimmer des Hausmädchens welches an die