Als ich später an der Küche vorüberging vernahm ich die Worte Sie wird besser für ihn passen als irgend eine von den großen Damen Und dann die Antwort Sie ist keine von den Schönsten aber ohne Fehl und sehr gutmüthig und in seinen Augen ist sie sehr schön Ich schrieb sogleich nach Moor-House und Cambridge berichtete was ich gethan und erklärte auch ausführlich warum ich so gehandelt hatte Diana und Maria billigten ohne Rückhalt meinen Schritt Diana meldete mir sie wolle nur erst die Flitterwochen vorüber gehen lassen und mich dann besuchen Es wäre besser sie wartete nicht so lange Johanna sagte Rocsester als ich ihm ihren Brief vorlaß wenn sie warten will wird sie zu spät kommen denn unsere Flitterwochen werden so lange währen wie unser Leben und erst mit dem Tode enden Wie Saint John die Nachricht aufnahm weiß ich nicht denn er beantwortete meinen Brief nicht worin ich ihm meine Verheiratung mittheilte sechs Monate später aber schrieb er an mich doch ohne Rochester 's Namen zu nennen oder meine Verbindung zu erwähnen Sein Brief war ruhig und freundlich doch sehr ernst Wir haben seitdem eine regelmäßige obgleich nicht häufige Correspondenz geführt er hofft ich sei glücklich und hegt das Vertrauen ich sei keine von denen die ohne Gott in der Welt leben und sich nur um irdische Dinge kümmern Du wirst doch die kleine Adele nicht ganz vergessen haben lieber Leser Ich wenigstens hatte sie nicht vergessen und erbat und erhielt bald die Erlaubnis von Rochester sie in dem Institut zu besuchen wo sie untergebracht war Ihre unbändige Freude bei meinem Anblick rührte mich auf 's Tiefste Sie sah blaß und abgemagert aus und gestand mir daß sie sich nicht glücklich fühle Ich fand die Ordnung in dem Institut zu strenge und die Forderungen für ein Kind ihres Alters zu schwer und nahm sie deshalb mit nach Hause Ich wollte wieder ihre Erzieherin werden doch fand ich daß sich dies nicht thun ließ da meine Zeit und meine Sorge von einem Anderen in Anspruch genommen wurden mein Gatte bedurfte ihrer So suchte ich denn für Adele ein Institut von milderem System auf das nahe genug gelegen war um sie oft besuchen und sie zuweilen nach Hause holen zu können Ich trug Sorge daß es ihr nie an Etwas fehlte was zu ihrer Zufriedenheit beitragen konnte sie befand sich an ihrem neuen Aufenthaltsorte wohl und machte gute Fortschritte Als sie heranwuchs beseitigte eine gesunde englische Erziehung ihre französischen Mängel und als sie die Schule verließ fand ich in ihr eine angenehme und gefällige Gesellschafterin sie war sanft gutmüthig und hatte strenge Grundsätze Durch ihre dankbare Anhänglichkeit an mich hat sie mir längst jede kleine Gefälligkeit vergolten Meine Erzählung nähert sich ihrem Ende nur noch ein Wort über meine Erfahrungen in der Ehe und einen kurzen Blick auf das Geschick derjenigen deren Namen am häufigsten in dieser Erzählung genannt wurden dann bin ich zu Ende Ich bin jetzt zehn Jahre verheiratet Ich weiß was es heißt gänzlich für das