in meinem Herzen Du kannst dich also jetzt nicht wundern fuhr mein Herr fort daß ich als du mir in der letzten Nacht so unerwartet erschienst nur schwer glauben konnte daß du etwas Anderes seiest als eine bloße Stimme die in Schweigen und Nichts zurücksinken werde wie zuvor das mitternächtliche Geflüster und das Echo des Gebirges dahingestorben war Gott sei Dank ich weiß jetzt daß es anders ist Ja Gott sei Dank Er hob mich von seinem Knie stand auf nahm andächtig seinen Hut ab neigte seine geblendeten Augen zur Erde und stand in stummer Anbetung da Nur die letzten Worte seines Gebetes waren hörbar Ich danke dir mein Schöpfer daß du mir mitten in deinem Zorn Gnade gesendet hast Ich flehe demüthig meinen Erlöser an mir Stärke zu geben hinfort ein reineres Leben zu führen als ich bisher gethan Dann streckte er seine Hand nach mir aus Ich faßte diese theure Hand erhob sie auf einen Augenblick zu meinen Lippen und legte sie dann auf meine Schulter denn da ich viel kleiner war als er diente ich ihm zugleich als Stütze und Führerin Wir traten in den Wald und gingen heimwärts Neununddreißigstes Capitel Ich wurde mit Rochester getraut Es war eine stille Trauung nur er und ich der Prediger und der Kirchendiener waren anwesend Als wir aus der Kirche zurückkamen trat ich in die Küche des Herrenhauses wo Maria das Mittagsmahl bereitete und John Messer putzte und sagte Maria ich bin diesen Morgen mit Herrn Rochester getraut worden Die Haushälterin und ihr Mann gehörten Beide jener anständigen phlegmatischen Menschenclasse an denen man zu jeder Zeit eine außerordentliche Nachricht mittheilen kann ohne Gefahr zu laufen einen durchdringenden Schrei zu hören und dann von einem Wortstrom der Verwunderung betäubt zu werden Maria blickte auf und starrte mich an der Löffel womit sie ein Paar junge Hühner die sie eben über dem Feuer briet mit Fett begoß blieb etwa drei Minuten in der Luft schweben und fast ebenso lange hatten John 's Messer vor dem Putzen Ruhe dann aber beugte sich Maria wieder über ihren Braten und sagte nur Ei wirklich Miß Nun das ist schön Bald darauf fügte sie hinzu Ich sah Sie mit dem Herrn fortgehen wußte aber nicht daß Sie zur Trauung in die Kirche gingen Und sie setzte ihr Geschäft fort Als ich mich zu John wendete grinste er mich freundlich an Ich sagte Maria schon früher wie es kommen würde bemerkte er ich wußte was Herr Eduard John war ein alter Diener und hatte seinen Herrn noch als jüngeren Sohn des Hauses gekannt daher nannte er ihn oft bei seinem Taufnamen ich wußte was Herr Eduard im Sinne führte und war auch gewiß daß er nicht lange damit warten würde und er hat Recht gethan so viel ich beurtheilen kann Ich wünsche Ihnen Glück Miß Dabei zupfte er ehrerbietig an seiner Stirnlocke Ich danke Ihnen John Herr Rochester sagte mir ich sollte Ihnen und Maria dies geben Ich legte eine Fünfpfundnote in seine Hand und entfernte mich