ist Der Einfall war vernünftig und doch konnte ich mich nicht entschließen danach zu handeln denn ich fürchtete eine Antwort die mich mit Verzweiflung erfüllen könne Den Zweifel verlängern hieß die Hoffnung verlängern Ich konnte mir noch einmal den Anblick von Thornfield-Hall vergönnen Es war ein Fußsteig vor mir es waren dieselben Felder die ich blind und betäubt von einer rachsüchtigen Furie fortgetrieben an jenem Morgen betreten hatte als ich aus Thornfield floh Ehe ich noch über meinen Entschluß ganz im Klaren war befand ich mich schon auf dem Wege Wie rasch ging ich Wie begierig blickte ich vorwärts um sobald wie möglich die ersten Wipfel des wohlbekannten Parks zu erspähen Mit welchen Gefühlen begrüßte ich die oft betretenen Wiesen und Hügel Endlich erhoben sich der Park und das Gehölz vor mir Dohlennester zeigten sich in dunklen Gruppen ein lautes Krächzen unterbrach die Stille des Morgens Eine seltsame Wonne kam über mich ich eilte weiter Ich überschritt noch ein Feld betrat einen Baumgang und dort erhoben sich die Mauern des Hofes die Wirthschaftsgebäude das Haus selbst war noch hinter dem Gehölz verborgen worin die Dohlen nisteten Zuerst will ich die Vorderseite wiedersehen beschloß ich wo ich sogleich das Fenster meines Herrn herausfinden kann vielleicht steht er an demselben er pflegt früh aufzustehen vielleicht geht er jetzt im Garten oder auf dem Platze vor dem Hause auf und ab Wenn ich ihn nur sehen könnte nur auf einen kurzen Augenblick Und wenn dies geschähe würde ich doch hoffentlich nicht so wahnsinnig sein auf ihn zuzulaufen Ich kann es nicht sagen ich bin meiner nicht sicher Und wenn ich es thäte was schadete es denn Gott segne ihn Was weiter Wem geschähe ein Unrecht damit wenn ich noch einmal die Seligkeit kostete welche sein Blick mir gewähren kann Ich schwärme ich phantasire ach vielleicht beobachtet er in diesem Augenblick die Sonne von einem Gipfel der Pyrenäen oder auf dem stillen Meere des Südens Ich war die niedrige Gartenmauer entlang gegangen und bog um die Ecke dort befand sich eine Pforte zwischen zwei steinernen Pfeilern von steinernen Kugel gekrönt Hinter einem der Pfeiler hervor konnte ich ungestört die ganze Vorderseite des Hauses übersehen Ich streckte vorsichtig meinen Kopf hinter dem Pfeiler hervor und wollte mich überzeugen ob die Vorhänge des Schlafzimmers schon aufgezogen waren denn die ganze Front war von meinem Verstecke aus sichtbar Ein kurzer Blick und dann ein minutenlanges Hinstarren Höre eine Erklärung Leser Der Liebende findet seine Geliebte auf einem moosbewachsenen Ufer schlummern er wünscht einen Blick auf ihr schönes Gesicht zu thun ohne sie zu wecken um nicht von ihr gesehen zu werden Lautlos schleicht er über das Gras um plötzlich vorsichtig still zu stehen denn ihm scheint es als hätte sie sich geregt Doch es war eine Augentäuschung Er nähert sich ihr aufs Neue und beugt sich über ihr Antlitz welches ein leichter Schleier bedeckt Er wagt kaum zu athmen als er den Schleier vorsichtig emporhebt und tiefer neigt er sich herab um sich in den Anblick der