Himmel Ich war aufgeregter als je und ob das was erfolgte die Wirkung der Aufregung war mag der Himmel wissen Das ganze Haus war still denn ich glaube außer mir und Saint John hatten sich alle zur Ruhe begeben Das einzige Licht war dem Erlöschen nahe das Zimmer vom Mondlicht erfüllt Mein Herz schlug rasch und stark daß ich es klopfen hören konnte Plötzlich wurde es von einem unaussprechlichen Gefühle durchzuckt welches mich an Kopf und Gliedern lähmte Nicht der Wirkung eines elektrischen Schlags glich dieses Gefühl doch war es ebenso heftig und erschütternd es wirkte auf meine Sinne als wäre ihre Thätigkeit bisher nur eine Art Erstarrung gewesen woraus sie jetzt erweckt wurden Auge und Ohr waren gespannt während jeder Nerv in mir erzitterte Was haben Sie gehört Was sahen Sie fragte Saint John Ich sah nichts aber ich hörte eine Stimme irgendwo rufen Johanna Johanna Johanna O Gott was ist das brachte ich mit Mühe heraus Ich hätte fragen sollen Wo ist das denn es schien nicht im Zimmer nicht im Hause nicht im Garten zu sein es kam nicht aus der Luft nicht aus der Erde nicht von oben herab Ich hatte es gehört wo es war und woher es kam war mir unmöglich zu ergründen Und es war die Stimme eines menschlichen Wesens eine wohlbekannte und geliebte Stimme die Stimme Eduard Fairfax Rochester 's und sie rief flehend und jammernd in wildem Schmerz meinen Namen Ich komme rief ich warte auf mich O ich will kommen Ich eilte zur Thür und blickte in den Gang er war dunkel Ich lief in den Garten hinaus er war leer Wo bist du rief ich Die Hügel jenseits Marsh Glen gaben matt das Echo zurück Wo bist du Ich lauschte Der Wind seufzte leise in den Fichten ich war von der Einsamkeit des Moorlandes und der Stille der Mitternacht umgeben Ich riß mich von Saint John los der mir gefolgt war und mich zurückhalten wollte Jetzt war es an mir seiner Herr zu werden jetzt mußte ich meine Macht zeigen Ich bat ihn jede Frage zu unterdrücken und mich zu verlassen ich müsse und wolle allein sein Er gehorchte sofort Wo Muth oder Kraft vorhanden ist mit Nachdruck zu befehlen da fehlt der Gehorsam nie Ich ging auf mein Zimmer schloß mich ein sank auf meine Knie und betete Ich betete anders als Saint John aber andächtig und inbrünstig auf meine Art Mir war als dränge ich hinauf zu dem Geist der Allmacht und meine Seele ergoß sich in Dankbarkeit zu seinen Füßen Ich erhob mich von dem Dankgebet faßte einen Entschluß legte mich voll Hoffnung nieder und erwartete mit Sehnsucht den Anbruch des Tages Siebenunddreißigstes Capitel Und der Tag kam Ich stand in der Dämmerung auf und brachte ein paar Stunden damit zu mein Zimmer und den Inhalt meiner Commode und meines Garderobeschranks für die Zeit einer kurzen Abwesenheit in Ordnung zu bringen Inzwischen hörte ich wie Saint John sein Zimmer verließ Er blieb vor meiner Thür stehen