ihm von seinen ernsten Entschließungen abzurathen denn wahrhaftig ich kann ihn keinen Augenblick deshalb tadeln Es ist recht edel und christlich doch es bricht mir das Herz Bei diesen Worten strömten Thränen aus Diana 's Augen während Maria ihren Kopf tief über ihre Arbeit beugte Wir sind jetzt ohne Vater bald werden wir auch ohne Heimat und Bruder sein flüsterte sie In diesem Augenblick trat ein kleines Ereignis ein welches vom Schicksal bestimmt zu sein schien die Wahrheit des Sprichworts zu beweisen daß ein Unglück nie allein kommt Saint John ging einen Brief lesend am Fenster vorüber und trat gleich darauf ein Unser Oheim John ist todt sagte er Beide Schwestern waren betroffen nicht ergriffen oder erschrocken Die Nachricht erschien ihnen mehr unerwartet als betrübend Todt wiederholte Diana Ja Sie heftete einen forschenden Blick auf das Gesicht ihres Bruders Und was weiter fragte sie in leisem Tone Was denn Diana versetzte er ohne eine Miene zu verändern Was weiter Nun nichts Lies Er warf ihr den Brief in den Schoß Sie überflog ihn und reichte ihn Maria die ihn schweigend las und ihn dann ihrem Bruder zurückgab Alle Drei sahen einander an und alle Drei lächelten es war ein trauriges sinnendes Lächeln Amen Wir können dennoch leben sagte Diana endlich Auf alle Fälle sind wir nicht schlimmer daran als vorher bemerkte Maria Nur drängt sich meinem Geiste lebhaft das Bild von dem auf was hätte geschehen können sagte Herr Rivers und allzu schroff stellt sich dem die Wirklichkeit gegenüber Er faltete den Brief zusammen schloß ihn in sein Pult ein und ging wieder hinaus Einige Minuten lang sprach Niemand Endlich wendete sich Diana zu mir Johanna Sie werden sich über uns wundern sagte sie und uns für fühllose Geschöpfe halten daß wir durch den Tod eines so nahen Verwandten wie ein Oheim ist nicht mehr bewegt werden aber wir haben ihn nie gesehen oder gekannt Er war meiner Mutter Bruder Vor langer Zeit verleitete er meinen Vater zu einer Speculation die fehlschlug und meinen Vater der dabei den größten Theil seines Vermögens verlor zu Grunde richtete Gegenseitige Beschuldigungen und Vorwürfe sielen zwischen Beiden sie trennten sich im Zorn und versöhnten sich nie wieder Mein Oheim hatte mehr Glück in seinen Unternehmungen und wie es scheint hat er sich ein Vermögen von zwanzigtausend Pfund erworben Er war nie verheiratet und hatte keine Verwandten als uns und eine andere Person die nicht näher mit ihm verwandt war als wir Mein Vater gab sich immer dem Gedanken hin daß der Oheim seinen Fehler wieder gut machen und uns dereinst sein Vermögen hinterlassen würde Aber dieser Brief benachrichtigt uns daß er Alles jener anderen Verwandten vermacht habe mit Ausnahme von dreißig Guineen die zwischen uns drei Geschwistern getheilt werden und wofür drei Trauerringe gekauft werden sollen Er hatte natürlich ein Recht zu thun und zu lassen was er wollte Dennoch fühlt man sich bei Empfang solcher Nachrichten niedergedrückt Maria und ich würden uns für reich gehalten haben wenn jede nur tausend Pfund erhalten hätte