Kopf sah um mich bemerkte den röthlichen Schein der untergehenden Sonne an der Wand und fragte mich Was soll ich thun Aber die Antwort die mir meine Vernunft gab Verlaß Thornfield sogleich war so bestimmt so schrecklich daß ich mir die Ohren zuhielt und mir sagte ich könne diesen Gedanken jetzt nicht ertragen Daß ich nicht Eduard Rochester’s Braut bin ist der geringste Theil meines Leidens sagte ich mir daß ich aus den herrlichsten Träumen erwacht bin und sie alle eitel und trügerisch gefunden habe ist schrecklich aber ich kann es noch ertragen und überwinden daß ich ihn jedoch augenblicklich und auf immer verlassen muß ist entsetzlich Ich vermag es nicht Dann aber sprach eine Stimme in mir daß ich es doch könne und daß ich es thun würde Ich rang mit meinem Entschlusse ich hätte schwach sein mögen um dem furchtbaren Entschlusse auszuweichen zu dem ich mich aufraffen mußte So mag ich denn untergehen rief die Leidenschaft in mir so mag mir nur Einer helfen Nein widersprach mein Gewissen du sollst dich selbst überwinden Niemand soll dir helfen du sollst selbst dein rechtes Auge aufreißen selbst deine rechte Hand abhauen dein Herz soll das Opfer sein und du selbst die Priesterin die es darbringt Ich erhob mich plötzlich von Entsetzen fast gelähmt als ein so unerbitterlicher Richter sich in mir hören ließ Mein Kopf schwindelte ich fühlte daß ich vor Aufregung und Erschöpfung einer Ohnmacht nahe war weder Speise noch Trank war an dem Tage über meine Lippen gekommen Jetzt überdachte ich mit seltsamer Angst daß man so lange ich hier eingeschlossen gewesen nicht geschickt hatte um zu fragen wie ich mich befinde noch um mich einzuladen hinunter zu gehen Nicht einmal die kleine Adele hatte an die Thür geklopft auch Mistreß Fairfax hatte mich nicht besucht Stets vergessen die Freunde diejenigen welche das Glück verläßt murmelte ich als ich den Riegel öffnete und hinausging Ich stolperte über einen Gegenstand mein Kopf war noch schwindelig meine Augen trübe und meine Glieder schwach Ich konnte mich nicht sogleich fassen ich fiel aber nicht auf den Boden ein ausgestreckter Arm fing mich auf Ich blickte empor Rochester der dicht vor meiner Thür auf einem Stuhle saß stützte mich Endlich kommst du heraus sagte er Ich habe lange auf dich gewartet und an der Thüre gehorcht doch keine Bewegung kein Schluchzen habe ich gehört noch fünf Minuten dieser Todtenstille und ich hätte das Schloß erbrochen wie ein Räuber Also du willst mir ausweichen Du schließest dich ein und hängst allein deinem Kummer nach Ich wollte lieber du wärest gekommen und hättest mich heftig zur Rede gestellt Du bist leidenschaftlich er erwartete eine Scene der Art Ich war darauf gefaßt dich heiße Thränen vergießen zu sehen nur hätte ich gewünscht daß sie an meiner Brust geflossen wären Aber du hast nicht geweint Ich sehe eine bleiche Wange und ein mattes Auge aber keine Spur von Thränen Dein Herz hat also wohl kein Blut geweint Er schwieg einen Augenblick und fuhr dann fort Nun