entgegnete er Du sollst mich diesen Morgen nach Millcote begleiten und während du dich reise fertig machst will ich die gute Dame aufklären Dachte sie Johanna du hättest die Welt für die Liebe hingegeben daß jene für dich jetzt ganz verloren sei Ich glaube sie dachte ich hätte meine Stellung und die Ihrige vergessen mein Herr Stellung Stellung Deine Stellung ist in meinem Herzen und auf dem Nacken derjenigen die dich jetzt oder später beleidigen wollen Geh jetzt Ich war bald angekleidet und als ich Herrn Rochester aus dem Zimmer der Mistreß Fairfax kommen hörte eilte ich zu ihr hinunter Die alte Dame hatte gerade ihr Morgencapitel aus der Bibel gelesen die letztere lag noch offen vor ihr und ihre Brille darauf Ihre Augen waren starr auf die Wand ihr gegenüber gerichtet und drückten das Erstaunen eines durch unerwartete Nachrichten in seinem Gleichgewichte gestörten Geistes aus Als sie mich sah faßte sie sich und bemühte sich zu lächeln und einige Worte der Beglückwünschung hervorstammeln aber das Lächeln erstarb und der Satz blieb unvollendet Sie legte ihre Brille weg machte ihre Bibel zu und schob ihren Stuhl vom Tische zurück Ich bin so erstaunt begann sie daß ich kaum weiß was ich zu Ihnen sagen soll Miß Eyre Ich habe doch nicht geträumt Zuweilen versinke ich nämlich in einen Halbschlummer wenn ich allein sitze und stelle mir Dinge vor die nie geschehen sind Es ist mir in diesem Zustande mehr als einmal vor gekommen daß mein lieber Mann der schon seit fünfzehn Jahren todt ist herein trat und sich zu mir setzte ja mich sogar bei meinem Namen Elise nannte wie er früher zu thun pflegte Können Sie mir nun sagen ob es wirklich wahr ist daß Herr Rochester Ihnen den Antrag gemacht hat ihn zu heiraten Lachen Sie nicht über mich aber ich glaubte wirklich er sei vor fünf Minuten hier gewesen und habe gesagt in einem Monat würden Sie seine Frau sein Er hat mir dasselbe gesagt versetzte ich Wirklich Glauben Sie ihm Haben Sie eingewilligt Ja Sie sah mich verwirrt an Das hätte ich nie gedacht Er ist ein stolzer Mann alle Rochester 's waren stolz und sein Vater wenigstens liebte das Geld Auch Herrn Eduard hat man immer für vorsichtig gehalten Er will Sie also heiraten So sagt er mir Sie betrachtete meine ganze Person und ich las in ihren Augen daß sie an mir keinen so mächtigen Reiz fand um das Räthsel zu lösen Das geht über meinen Verstand fuhr sie fort aber ohne Zweifel ist es wahr da Sie es sagen Wie die Sache ausfallen wird weiß ich in der That nicht Gleicheit des Standes und Vermögens ist bei ehelichen Verbindungen gewöhnlich wünschenswerth Und er ist zwanzig Jahre älter als Sie er könnte fast Ihr Vater sein Nein Mistreß Fairfax rief ich verletzt er hat nichts Väterliches an sich Herr Rochester sieht so jung ans wie oft kaum Männer von fünfundzwanzig Jahren Will er Sie wirklich aus Liebe heiraten fragte sie Ich fühlte mich von