den Befehl hatte seiner jungen Herrin alle Producte ihrer Blumenbeete abzukaufen die sie zu verkaufen wünschte und Elise hätte das Haar von ihrem Kopf verkauft wenn sie einen hübschen Profit dabei gesehen hätte Ihr Gold verbarg sie anfangs in Winkeln doch als das Hausmädchen einige von diesen Schatzkammern entdeckt hatte fürchtete Elise den Verlust ihrer Schätze und willigte ein ihre Baarschaft ihrer Mutter zu dem übertriebenen Zins von fünfzig oder sechzig Procent anzuvertrauen welchen Zins sie alle Vierteljahre pünktlich einforderte und in einem kleinen Buche mit ängstlicher Sorgfalt notirte Georgine saß auf einem hohen Stuhle ordnete ihr Haar vor einem Spiegel und durchflocht ihre Locken mit künstlichen Blumen und verblichenen Federn wovon sie einen Vorrath in einem Face auf einer Dachstube gefunden Ich machte mein Bett da ich von Bessie den strengen Befehl erhalten es bis zu ihrer Rückkehr zu ordnen denn Bessie beschäftigte mich jetzt häufig als ihre Gehilfin beim Auskehren der Stube Abstäuben der Möbel u s w Nachdem ich die Matratze zurecht gelegt und mein Nachtzeug zusammengefaltet ging ich zu dem Fenstersitze um einige Bilderbücher und Spielsachen wegzuräumen Ein plötzlicher Befehl von Georginen ihre Spielsachen in Ruhe zu lassen bewog mich davon abzustehen und in Ermanglung anderer Beschäftigung begann ich Eisblumen am Fenster wegzuhauchen wodurch ich den Ausblick auf die Wohnung des Portiers und den Fuhrweg gewann Eben sah ich das Thor sich öffnen und einen Wagen hereinrollen Bald darauf trat Bessie in die Kinderstube Miß Johanna haben Sie diesen Morgen schon Ihre Hände und Ihr Gesicht gewaschen Nein Bessie ich bin eben erst mit dem Abstäuben fertig geworden Lässiges sorgloses Kind schalt Bessie riß mich zu dem Waschtisch hin rieb mir unerbittlich Gesicht und Hände mit Seife Wasser und einem groben Handtuch glättete mein Haar mit einer harten Bürste zog mich zur Treppe hin und befahl mir hinunter zugehen da man meiner im Frühstückzimmer bedürfe Ich wollte fragen was ich dort solle aber Bessie war schon fort Ich stieg also langsam hinunter Seit beinahe drei Monaten hatte mich Mistreß Reed nie zu sich gerufen So lange auf die Kinderstube beschränkt waren mir das Frühstückzimmer das Speisezimmer und die Gesellschaftszimmmer schreckensvolle Regionen geworden die ich nur mit Furcht zu betreten wagte Ich stand jetzt in dem leeren Vorsaale vor meinen Augen war die Thür des Frühstückzimmers und ich blieb furchtsam und zitternd stehen Wie feigherzig war ich in jenen Tagen durch eine ungerechte Strafe geworden Zehn Minuten stand ich in aufgeregtem Zaudern da das heftige Klingeln in dem Frühstückszimmer brachte mich zu dem Schlusse daß ich eintreten müsse Wer mag mich rufen fragte ich mich selber als ich mit beiden Händen den schweren Drücker faßte Wen mochte ich außer Tante Reed in jenem Zimmer finden Die Thür ging auf ich trat ein machte eine tiefe Verneigung sah auf und erblickte einen schwarzen Pfeiler So erschien mir wenigstens beim ersten Anblick die schmale schwarz gekleidete Gestalt die auf dem Teppich stand und das grimmige Ge sicht am oberen Ende hatte Aehnlichkeit mit einer Maske die man anstatt des