Endlich kommst du zum Vorschein sagte er Ich warte und horche schon lange aber kein Geräusch keine Bewegung Todesähnliche Stille Schon war ich willens die Tür dort wie ein Räuber aufzubrechen So weichst du mir aus Trauerst allein Ach wärst du mit heftigen Vorwürfen vor mich hingetreten Auf eine leidenschaftliche Szene auf heftige Tränenfluten war ich vorbereitet nicht aber auf dieses stumme Dulden Ich sehe du hast nicht einmal geweint Johanna Kein Wort des Tadels keine Silbe der Erbitterung Du sitzest ganz still dort wohin ich dich gesetzt habe und siehst mich mit müden Augen an Kannst du mir jemals verzeihen Ach ich hatte ihm schon verziehen In seinen Augen sprach sich so tiefe Reue aus in seiner Stimme so wahres Mitleid in seinem Wesen so männliche Energie daß ich ihm alles verzieh Doch nicht in Worten nicht nach außen hin sondern still für mich in der Tiefe meines Herzens Als ich noch immer schwieg schüttelte ihn ein Schauer er nahm mich auf den Arm und trug mich hinunter ins Bibliothekszimmer Dort saß ich nun in seinem Stuhle und er war dicht neben mir Wenn ich jetzt ganz plötzlich und ohne jähen Schmerz aus dem Leben scheiden könnte so würde mir wohl sein dachte ich bei mir selbst Dann brauchte ich mir nicht das Herz zu zerreißen indem ich mich von Herrn Rochester losreiße Und ich muß ihn ja verlassen ich muß ja Ich trank etwas von dem Wein den er mir reichte er stellte das Glas wieder auf den Tisch trat vor mich hin und betrachtete mich Und plötzlich wandte er sich ab mit einem unterdrückten Schrei den der wahnsinnige Schmerz ihm entpreßte Dann neigte er sich über mich als wollte er mich küssen Doch ich wandte den Kopf zur Seite und schob ihn sanft von mir Für mich waren jetzt alle Liebkosungen verboten Was bebeutet das fragte er Ah du willst den Gatten jener Bertha Mason nicht mehr küssen Also hältst du mich doch für einen Schurken der dich in eine Schlinge locken wollte der dir nur Liebe heuchelte um dir Ehre und Selbstachtung zu rauben Ich sehe du weißt gar nichts zu antworten Erstens bist du noch zu müde und zweitens hast du dich noch nicht daran gewöhnt mich mit Lästerungen zu überhäufen Ach Johanna ich sehe es jetzt selbst es war unrecht von mir dich nach Thornfield-Hall kommen zu lassen da ich ja wußte welches fürchterliche Gespenst hier umgeht Ich hatte ja freilich stets Sorge getragen das Geheimnis vor aller Welt zu verbergen und außer Grace Poole auf die ich mich verlassen konnte und dem Wundarzt Carter wußte niemand davon Aber ich hätte dir die Existenz dieser Wahnsinnigen nicht verheimlichen sollen Ich hätte offen und ehrlich mit dir darüber sprechen sollen Wie die Dinge nun stehen ist nichts zu ändern Ich werde dich jetzt von für Geld tut Grace viel dann lasse ich die Einfahrt vernageln die unteren Fenster vermauern und schließe das ganze Haus von aller Welt ab Mlles ist zur schleunigen Abreise gerüstet das