der von einer jungen und schönen Dame umworben wird der diese Werbung offenkundig erwidert haben Sie nicht den Ausdruck der Liebe in seinen Zügen gelesen denken Sie nicht an seine nahe bevorstehende Heirat denken Sie nicht an das Glück das seiner Gattin lächelt Die seltsame Manier dieser Fremden begann mich in eine Art Traumzustand zu versetzen Immer neue unerwartete Worte kamen von ihren Lippen sie schien das geheime Fühlen meines Herzens die Gedanken der letzten Zeit ausgekundschaftet zu haben und ich sah mich einem Rätsel gegenüber das mich bei aller skeptischen Ruhe mehr und mehr in Erstaunen setzte Was kümmert Sie das alles rief ich Ich kam hierher um von Ihnen etwas zu hören nicht um Ihnen zu beichten Ist es denn so allgemein bekannt daß Herr Rochester sich verheiraten will Ja mit der schönen Blanche Ingram In kurzem Man vermutet ja Es wird ein glückliches Paar werden obgleich Sie mit beinahe sträflicher Kühnheit daran zweifeln Sollte er eine so schöne elegante Dame nicht lieben und wahrscheinlich liebt sie ihn doch auch wenn nicht seine Person so doch seinen Geldbeutel Allerdings habe ich ihr selber vorhin Dinge gesagt die sie sehr ernst gestimmt haben Ihr Anbeter muß sich vorsehen Wenn ein anderer mit noch größerem Einkommen auftritt dann läßt sie ihn am Ende doch noch laufen Ich will von Ihnen doch nicht Herrn Rochesters sondern meine eigene Zukunft wissen unterbrach ich sie Davon haben Sie mir noch nicht eine Silbe gesagt Ihre Zukunft ist noch ganz unsicher Ein gewisses Maß von Glück ist Ihnen bestimmt Es hängt wie ich sagte nur von Ihnen ab die Hand auszustrecken und es zu ergreifen Lassen Sie mich Ihr Antlitz prüfen Das Auge ist weich sanft gefühlvoll Jetzt liegt Schwermut und Trauer darin Der Mund möchte gern lachen aber er kann es jetzt nicht Er spricht auch gern offen aus was das Hirn denkt aber was das Herz fühlt das verschweigt er meistens Es ist ein Mund der oft und viel lächeln sollte der viel von der Zuneigung zu dem Manne sprechen sollte dem er zulächelt zu dem er redet Auge und Mund deuten auf einen guten Ausgang der vor Ihnen liegenden Schwierigkeiten aber die Stirn Sie scheint zu sagen Ich komme für mich allein zurecht Ich kann auch einsam leben wenn meine Selbstachtung es erfordert Ich brauche meine Seele nicht zu verkaufen um mir ein Glück zu sichern das mich dann doch nicht glücklich machen würde Ich besitze einen Schatz im Innern der mir bei der Geburt zuteil ward und der mir erhalten bleibt wenn das Glück mich auch meidet Meine Vernunft wird ihre feste Bahn nicht verlassen sie wird die Macht über meine Gefühle nicht verlieren Die Leidenschaften mögen toben die Wünsche mögen hoch streben die Vernunft wird doch das letzte Wort behalten die Vernunft und das Gewissen Gut gesprochen Stirn Und was du sprichst soll beherzigt werden Mein Entschluß ist gefaßt und ich glaube es ist ein ehrlicher gerechter Entschluß Ich habe dabei auf die Stimme der Vernunft und des Gewissens