Dienstboten fürchtete so würde ich bald ergründen was das bedeutet Für heute abend sind Sie entschuldigt aber verstehen Sie wohl ich erwarte Sie an jedem Abend im Salon Es ist mein ausdrücklicher Wunsch vernachlässigen Sie ihn nicht Schicken Sie Sophie nach Adele Er biß sich auf die Lippen und ging Ein neuer Gast Die Tage verstrichen für die Gäste und auch für mich sehr schnell Gs blieb das gleiche geräuschvolle an Zerstreuungen reiche Leben Selbst als Regenwetter einsetzte und die Gesellschaft sich auf das Haus beschränken mußte war kein Mangel an Vergnügungen Es wurde Karten gespielt man trieb Gesellschaftsspiele stellte lebende Bilder sang und musizierte gab sich Rätsel auf erzählte sich Anekdoten kurz nie kam man in Verlegenheit um Zeitvertreib Einmal schlug einer der Herren vor mich mitspielen zu lassen aber Blanche Ingram erhob lebhaft Einspruch und zu meiner eigenen Zufriedenheit blieb ich ausgeschlossen Ich hatte Herrn Rochester liebgewonnen das fühlte ich immer wieder an jedem dieser Tage und ich ward nun auch inne daß meine Liebe die gleiche blieb ja noch inniger wurde je weniger er von mir Notiz nahm je mehr er mich an diesen Abenden vernachlässigte je offenbarer er Blanche Ingram mir und allen andern vorzog Ja ich war überzeugt er würde Blanche binnen kurzem heiraten und auch dies tat meinen Gefühlen keinen Abbruch Ich war stündlich Zeugin seiner Huldigungen Ich sah an ihrem Benehmen wie völlig sicher sie ihrer Sache war und doch blieb meine Liebe am Leben Das kam daher weil ich auf Blanche Ingram nicht eifersüchtig sein konnte weil ich klar erkannte sie war des Herrn Rochester nicht würdig Sie stand bei all ihrer äußeren Schönheit und Eleganz geistig tief unter ihm und auch unter mir Ihre Seele ihr Gemüt waren armselig ihr Herz war kalt und leer Sie war ohne jede eigene Meinung was sie sprach waren Phrasen die sie irgendwo aufgeschnappt oder aus Büchern entnommen hatte Sie hatte etwas Theatralisches an sich aber wahres Gefühl besaß sie nicht Ja oft verriet sie ihre eigentliche Natur indem sie in häßliche Schimpfworte ausbrach Ich merkte auch daß Rochester sich dieser Fehler seiner Braut wohl bewußt war Wenn er sie heiratete so geschah es weil die Beziehungen der Ingrams zur aristokratischen Welt ihm wertvoll waren Seine Liebe ward ihr nicht zuteil nein eine solche Frau konnte er nicht lieben Wenn sie mit einem Schlage den Sieg errungen und ihn mit allen seinen Vorzügen sich zu eigen gemacht hätte dann würde ich verzichtet haben ohne weiteres Ich hätte mir das Herz aus der Brust gerissen ihre Ueberlegenheit anerkannt und gewiß auch nach schwerem Kampfe mit der Verzweiflung den Frieden wiedergefunden Wenn mich bei dieser Lage der Dinge etwas schmerzte so war es der Umstand daß Herr Rochester überhaupt daran denken konnte aus Standesrücksichten eine solche kalte berechnende Dame zur Gattin zu erwählen Mir sagte mein Herz ich würde wenn ich ein Mann wäre nur das Weib heiraten das ich liebte aber ich leugnete dennoch nicht daß es äußerliche Beweggründe geben könne die einem Manne eine andereWahl