vermochte es nicht Mein Herz klopfte zum Zerspringen meine Hände zitterten Ich dachte an jene Nacht zurück wo er fast zärtlich zu mir geworden war Und wie fern stand er mir jetzt wie fremd erschien er mir Ich erwartete nicht einmal daß er zu mir kommen würde mich zu begrüßen Er sah mich denn auch nicht an sondern nahm sich einen Stuhl und begann ein Gespräch mit ein paar Damen Als ich bemerkte daß er keinen Blick für mich hatte betrachtete ich ihn mit Muße Wie wohl tat es mir trot alledem ihn wiederzusehen Ich empfand daran eine köstliche schmerzliche Freude Wie wahr ist es doch daß die Schönheit im Auge des Beschauers liegt Das olivenfarbene Gesicht meines Brotherrn seine hohe eckige Stirn seine dicken schwarzen Brauen seine dunkeln Augen sein fester strenger Mund das alles war nach den Regeln der Schönheit gewiß nicht schön aber für mich war sein Gesicht mehr als schön Ich hatte mir vorgenommen ihn nicht zu lieben ich war bemüht den Keim einer solchen Neigung mir aus der Seele zu reißen und doch lebten alle Gefühle in mir wieder auf nun ich ihn wiedersah Je mehr er mich ignorierte um so mehr mußte ich ihn lieben Ich verglich ihn mit seinen Gästen Was war die kecke Anmut der Gebrüder Lynn was die fade Eleganz Ingrams die militärische Schneidigkeit Dents gegen die ruhige vollsäftige Kraft Rochesters Ich sah diese Herren lächeln und lachen es kam mir vor wie das Geklirr tönerner Schellen Ich sah Rochester lächeln und seine harten Züge wurden weich sein strenges Auge sanft die Wärme seines Gefühls ging mir zu Herzen Er ist aus anderm Stoff als diese Gecken dachte ich bei mir Sie wissen den Zauber seiner Persönlichkeit nicht zu würdigen Ich weiß er ist durch die breite Kluft des Ranges und Reichtums von mir geschieden aber ich fühle mich doch ihm wahlverwandt Mein Geist hat etwas dem seinen Gleiches Wohl weiß ich ich muß meine Gefühle verbergen und alle Hoffnung töten Er kann nur wenig Interesse für mich hegen Aber wir haben beide etwas miteinander gemein wir sympathisieren in vielen Ansichten und Empfindungen Wir sind wohl für ewig getrennt und doch werde ich ihn lieben müssen solange ich lebe Man reichte den Kaffee herum Eine anregende Unterhaltung herrscht bei den verschiedenen Gruppen oder Paaren Oberst Dent plaudert mit Herrn Eshton über Politik Lady Lynn und Lady Ingram erzählen sich einige interessante Klatschgeschichten Frederick Lynn sitzt neben Mary Ingram sie betrachten eine Mappe voll Kupferstiche Lord Ingram hat sich zu Amy Eshton gesellt deren Lebhaftigkeit seinem Phlegma gefällt Henry Lynn sitzt zu Füßen Luisas und hat Adele zu sich gezogen Nur Blanche Ingram steht noch allein aber nicht lange dann tritt sie zwanglos zu Herrn Rochester der auch für sich allein am Kamin lehnt aIch glaubte Sie seien kein Kinderfreund Herr Rochester sprach sie und setzte sich ihm gegenüber Bin ich auch nicht Aber Sie haben doch dieses Püppchen die Adele hier Ist mir nun einmal aufgebündelt worden Sie haben eine Erzieherin