für Sie zu beten sagte er zu Gott zu flehen daß er Sie nicht ganz zu einer Verworfenen werden lasse Ich vermutete eine Auserwählte in Ihnen Aber Gott sieht mit anderen Augen als wir Menschen Sein Wille geschehe Er ging durch das Tor und war meinen Blicken entschwunden Im Wohnzimmer fand ich Diana Sie stand am Fenster in trübe Gedanken versunken Als sie mich erblickte rief sie Johanna du bist blaß und aufgeregt Was ist geschehen Verzeih mir daß ich dir als Spionin erscheinen muß aber es geht etwas zwischen dir und St John vor das fällt mir schon seit längerer Zeit auf Er bekundet ein so großes Interesse für dich daß es mir nachgerade absonderlich vorkommt Mary und ich haben uns schon eingebildet er trage sich gar mit dem Gedanken dich zu heiraten Das tut er auch antwortete ich Er hat mich zum Weibe begehrt Diana klatschte in die Hände So ist es wie wir hofften Und du wirst ihn heiraten nicht wahr Dann muß er ja in England bleiben Nein Diana er will nur heiraten um eine Gehilfin für seine Arbeit in Indien zu haben Was Du sollst mit nach Indien Das ist ja Wahnwitz Du würdest es dort keine drei Monate aushalten Das darfst du auf keinen Fall tun Du hast doch nicht etwa eingewilligt Ich habe mich geweigert ihn zu heiraten Aber ich habe mich erboten als seine Schwester mit ihm zu gehen Wie töricht von dir Johanna Du bist für solch eine Riesenarbeit viel zu zart Daran gehen ja starke Männer zugrunde Aber freilich sieht man du zwingst dich mit allen Kräften das zu vollbringen was St John von dir verlangt Mich wundert nur daß du dich aufgerafft hast seine Hand zurückzuweisen Du liebst ihn also nicht Nicht wie man einen Gatten lieben muß Und doch ist er ein schöner Mann Ja und ich bin so häßlich Wir würden schlecht zueinander passen Häßlich Keineswegs Du bist für Kalkutta überhaupt viel zu hübsch Nein nein schlag dir 's nur aus dem Sinn mit nach Indien zu gehn Das muß ich in der Tat Diana Doch dort kommt er Ich möchte jetzt nicht mit ihm zusammentreffen Da ich St John in den Garten treten sah eilte ich die Treppe hinauf Doch beim Abendessen mußte ich ihm begegnen Er benahm sich bei dieser Mahlzeit so ruhig wie sonst Ich hatte geglaubt er würde gar nicht mit mir sprechen und seinen Heiratsgedanken nicht mehr zur Sprache bringen aber ich sollte bald eines anderen belehrt werden Er unterhielt sich mit mir und beobachtete die peinlichste Höflichkeit Ohne Zweifel hatte er die Hilfe des heiligen Geistes angefleht im Kampfe gegen den Groll den ich in ihm entfesselt hatte Zum Abendgebet las er uns das einundzwanzigste Kapitel der Offenbarung Johannis vor Ihm zuzuhören wenn er mit seiner vollen tiefen Stimme die Worte der Bibel vorlas war stets ein Genuß Heute Abend klang es noch feierlicher als sonst Mich überlief ein frommer Schauer als er die folgende Stelle vortrug Wer überwindet der wird