bläuliche Schatten lagen Der Sturm rauschte in den Bäumen Ich schlief ein wenig ein und erwachte erst als der Wagen mit einem Ruck anhielt Die Tür wurde geöffnet der Schaffner faßte mich und hob mich hinaus Dann fuhr die Kutsche weiter Von dem langen Sitten waren mir alle Glieder steif Ich riß die Augen auf und sah mich verschlafen um Eine Frauensperson stand vor mir wie ein Dienstmädchen gekleidet Den Rand der Straße bildete eine Mauer mit einer offenstehenden Tür Durch diese führte man mich hinein und ich erblickte ein Haus oder vielmehr einen Komplex von Häusern mit unzähligen Fenstern In einigen brannte Licht Wir gingen auf einem Kiesweg dahin und traten dann durch eine Tür in das Haus hinein Meine Führerin brachte mich in ein Zimmer wo ein helles Feuer im Kamin brannte und ließ mich hier allein Ich wärmte mir die erstarrten Finger an der Glut und sah mich um Im Schein des Feuers unterschied ich tapezierte Wände einen Teppich Vorhänge und blanke Mahagonimöbel Nach wenigen Minuten kam eine Dame herein die ein Licht trug und der eine zweite auf dem Fuße folgte Die erste eine schlanke Gestalt mit weißer hoher Stirn trat auf mich zu betrachtete mich ernst und aufmerksam und sagte dann Sie sieht müde aus Es wird gut sein sie bald zu Bett zu bringen Bist du müde Kind fragte sie mich und legte mir die Hand auf die Schulter Ein wenig Madame Und gewiß auch hungrig Sorgen Sie dafür Fräulein Miller daß sie zu essen bekommt Bist du zum ersten Mal fort von deinen Eltern Kleine Ich gab zur Antwort ich hätte keine Eltern Nun fragte sie wie lange sie schon tot seien wie alt ich wäre wie ich heiße und ob ich lesen schreiben und nähen könne Ich hoffe du wirst eine gute Schülerin sein setzte sie dann hinzu und schickte mich mit Fräulein Miller fort Die Dame die wir eben verlassen hatten mochte W Jahre alt sein diejenige die mich mitnahm war vielleicht noch etwas älter Die erstere machte durch ihr ernstes Wesen den freundlichen Ton ihrer Stimme die würdevolle Haltung tiefen Eindruck auf mich Fräulein Miller sah alltäglicher aus und ihr Gesicht krug den Stem pel des Kummers und der Sorgen sie hatte die hastigen Bewe gungen einer Person an sich die stets alle Hände voll zü tun hat und man sah ihr den Beruf einer Unterlehrerin auf den ersten Blick an Sie führte mich durch verschiedene Korridore bis ein Gewirr von Stimmen an unser Ohr schlug Dann traten wir in ein großes Zimmer in welchem zwei hölzerne Tische standen Bei zwei brennenden Kerzen saß eine Schar von Mädchen zwischen zehn und zwwanzig Jahren ringsumher Im unbestimmten Licht der Talgkerzen erschien mir ihre Zahl sehr groß in Wahrheit waren es nicht mehr als achtzig Sie waren alle gleichmäßig gekleidet braune wollene Gewänder von altmodischem Schnitt und lange baumwollene Schürzen Es war Arbeitsstunde sie sagten alle im Flüsterion ihre Repetitionen her Fräulein Miller gab mir einen Wink mich auf eine Bank neben