mich von ihnen belehren und im Wissen fördern Die Bücher die sie mir liehen las ich mit großem Fleiß und am Abend machte es uns allen dann Freude über das was ein jeder gelesen hatte zu sprechen In ihrer Denkweise harmonierten sie sehr mit mir kurzum wir paßten alle drei sehr gut zueinander In unserm Kleeblatt gab es jedoch eine die den Ton angab das war Diana Sie war das unbestrittene Oberhaupt In den ersten Stunden des Abends sprach ich selbst gern mit doch später liebte ich es mich auf einen Schemel zu Dianas Füßen hinzusetzen den Kopf an ihren Schoß zu lehnen und zuzuhören wie sie und Mary das begonnene Thema gründlich erörterten Diana begann mir auch Unterricht in der deutschen Sprache zu geben die sie sehr gut beherrschte Es war eine Freude sich von Diana unterrichten zu lassen Dafür konnte ich ihr und Mary Malstunden erteilen So vergingen uns in nützlicher Arbeit und in vergnüglicher Kurzweil die Stunden die Tage die Wochen Während ich mich mit den Schwestern in ein vertrautes ja freundschaftliches Verhältnis hineinlebte blieb zwischen mir und St John eine gewisse Spannung bestehen Er war ja freilich auch selten zu Hause Seine Gemeinde war sehr ausgedehnt und es kostete ihn viel Zeit die Kranken und Armen auf den weit verstreuten Gehöften zu besuchen Von diesen Ausflügen des Seelsorgers ließ er sich durch Wind und Wetter nicht abhalten Man muß sich daran gewöhnen sagte er manchmal wenn man ihm riet des Regens wegen zu Hause zu bleiben besonders wenn man einer solchen Zukunft entgegengeht wie ich Auf diese Worte folgte dann gewöhnlich ein Seufzer von seiten Dianas oder Marys und sie schauten dann ein paar Minuten recht traurig drein Aber abgesehen von den wenigen Stunden die er im Moor-Hause verweilte war er auch von Charakter sehr reserviert und unzugänglich Dies war ein zweiter Grund weshalb das vertrauliche Verhältnis in das ich zu den andern Bewohnern gelangte sich nicht auf ihn ausdehnte Obwohl er sein Amt sehr ernst nahm und alle seine Pflichten aufs gewissenhafteste erfüllte schien er doch nicht jene innere Befriedigung zu finden die der Lohn eines jeden echten Christen und tätigen Menschenfreundes ist Da er nicht mitteilsam war erhielt ich nur wenig Aufschluß über die Regungen seiner Seele Erst als ich ihn einmal in Morton predigen hörte tat ich einen Einblick in die Tiefe dieses Gemüts Die Predigt blieb fast bis zu Ende ruhig und maßvoll aber aus jedem seiner Worte atmete der Eifer einer fast kalvinistisch starren Doktrin Eine seltsame Bitterkeit und Schroffheit durchwehte das Ganze strenge Mahnungen Worte wie Seelenheil Verdammnis Gnadenwahl kamen sehr oft vor und jeder Hinweis auf derartige Begriffe klang wie ein zürnendes Menetekel Als er zu Ende war fühlte ich mich nicht gestärkt sondern in tiefe Trauer versetzt Er hatte mir keinen Frieden geben können und so mochte er wohl selbst des wahren Friedens nicht teilhaftig sein Inzwischen war ein Monat verflossen Man sprach nun davon daß Diana und Mary bald in ihre Stellungen zurückkehren würden weilten sie doch