Blick und darauf ein langes Starren dann verließ ich meine Nische und ging auf die Wiese hinaus und blieb plötzlich an der Vorderseite des großen Schlosses stehen und warf einen langen festen Blick darauf Welch affektiertes Mißtrauen zuerst ’ Hätten die Krähen fragen können und welche dumme Sorglosigkeit jetzt ’ Höre ein Gleichniß Leser das als Erläuterung dienen wird Ein Liebender findet seine Geliebte auf einer Moosbank eingeschlafen er will ihr schönes Gesicht sehen ohne sie aufzuwecken Er schleicht sachte über das Gras hin und hütet sich sorgfältig ein Geräusch zu machen er bleibt stehen weil er sich einbildet sie habe sich gerührt er zieht sich zurück nicht um die ganze Welt möchte er gesehen werden Alles ist still abermals tritt er näher er neigte sich über sie ein leichter Schleier ruht auf ihren Zügen er hebt denselben in die Höhe und bückt sich noch tiefer jetzt erwarten seine Augen die Schönheit warm und blühend und liebenswürdig in ihrer Ruhe zu sehen Wie eilig wie flüchtig war ihr erster Blick Aber wie starr werden sie Wie fährt er zusammen Wie plötzlich und heftig umschließt er die Gestalt mit seinen Armen die er noch vor einem Augenblicke nicht mit seinem Finger zu berühren wagte Wie laut spricht er einen Namen aus wie läßt er seine Last wieder niedersinken wie wild sieht er sie an Er packt sie so und ruft und schaut hin weil er nicht länger fürchtet durch einen Laut den er hervorbringen durch eine Bewegung die er machen kann seine Geliebte aufzuwecken Er glaubte seine Geliebte schlafe süß und er findet nun daß sie so leblos wie ein Stein ist Ich sah mit ängstlicher Freude nach einem stattlichen Gebäude hin und ich erblickte eine schwarze Ruine Da war es in der That nicht länger nothwendig sich hinter der Säule eines Thörchens zu verstecken Zu Fenstergittern aufzublicken und zu fürchten es möchte etwas Lebendes sich hinter ihnen regen Da war es nicht nothwendig zu horchen ob eine Thüre sich öffnet sich einzubilden daß auf dem Pflaster oder auf dem Kieswege sich Schritte vernehmen ließen Der Garten lag zusammengetreten und wüst da das Portal gähnte weit und es war keine Thüre an ihm zu sehen Die Vorderseite war wie ich sie einst in einem Traume gesehen nur noch eine muschelartige Mauer die sehr hoch und zerbrechlich aussah und an der Fenster ohne Scheiben sich befanden kein Dach keine Zinnen keine Kamine mehr — Alles war zusamemengestürzt Und rings umher herrschte die Stille des Todes ich glaubte mich in einer abgeschiedenen Wildniß zu befinden Nun konnte es mich nicht länger wundern daß auf Briefe die ich an dort lebende Personen gerrichtet nie eine Antwort erfolgt war eben so gut hätte ich ja an ein Gewölbe in einem Kirchengange einen Brief schicken können Die schreckliche Schwärze der Steine zeigte an was mit dem Schlosse vorgegangen wie war aber der Brand wodurch es zerstört worden entstanden Welche Geschichte knüpfte sich an dieses Unglück Welche Verluste ausser dem Mörtel und Marmor und den Holzarbeiten waren