gethan sie hat die ursprünglich vorhandenen Materialien bestmöglich angewandt sie hat meine Natur von dem umgebenden Unkraute und den Auswüchsen befreit und derselben die rechte Richtung gegeben Aber sie konnte die Natur nicht ganz ausrotten auch wird sie nicht ausgerottet werden bis dieses Sterbliche mit dem Unterblichen vertauscht wird Nachdem er dieß gesagt nahm er seinen Hut der aus dem Tische neben meiner Palette lag Noch einmal sah er das Portrait an Sie ist ein liebliches Geschöpf ’ murmelte er Mit Recht führt sie den Namen Rose der Welt ’ Und soll ich Ihnen keine Copie davon anfertigen ’ Cui bono Nein ’ Er zog über das Bild das dünne Papierblatt her worauf ich beim Malen gewöhnlich meine Hand ruhen ließ um das Zeichenpapier nicht zu beschmutzen Was er auf diesem weißen Papier mit einem Male sah war mir unmöglich zu sagen aber Etwas war ihm aufgefallen Er nahm es rasch in die Hand sah den Rand an und warf mir dann einen unaussprechlich eigenthümlichen ganz und gar unbegreiflichen Blick zu einen Blick der an meiner Gestalt meinem Gesichte und meiner Kleidung sich jeden Punkt zu merken schien denn er durchdrang Alles mit Blitzesschnelle mit Blitzesgewalt Seine Lippen öffneten sich gleich als wollte er sprechen er unterdrückte aber die Worte welcher Art sie auch sein mochten die auf denselben waren ‘Nun was haben Sie ’ fragte ich Ganz und gar Nichts ’ war die Antwort Und indem er das Papier wieder hinlegte bemerkte ich wie er einen schmalen Streifen von dem Rande geschickt abriß Er verschwand in seinem Handschuh und mit einem hastigen Nicke und einem Guten Abend’ entfernte er sich ‘Ei ei das ist doch zu stark ’ rief ich Nun untersuchte ich auch das Papier sah aber Nichts darauf als einige Farbeflecken die davon herrührten daß ich manchmal die Farbe an meinem Pinsel probirt hatte Ich sann einige Minuten über den mysteriösen Vorfall nach da ich aber mir die Sache schlechterdings nicht erklären konnte und dachte es würde nicht viel zu bedeuten haben so vergaß ich das Ganze bald Dreiunddreißigstes Kapitel Als Herr St John fortging begann es zu schneien das wilde Durcheinanderstürmen der Schneeflocken aauerte die ganze Nacht Am nächsten Tage brachte ein scharfer Wind neuen Schnee in solcher Masse daß das Tageslicht erblindete zur Zeit der Dämmerung war das Thal zugeweht und beinahe ungangbar Ich hatte meinen Fensterladen geschlossen eine Matte vor die Thüre gelegt um den Schnee zu verhindern unter derselben hereinzudringen mein Feuer geschürt und zündete nachdem ich fast eine Stunde am Kamin gesessen und der dumpftönenden Wuth des Sturmes zugehört ein Licht an nahm meinen Marmion zur Hand und begann zu lesen ‘Die Sonne sank auf Norhams Schloß Und auf den breiten tiefen Schooß Der Tweed und auf Cheviots Berge Die starke Mauer der hohe Thurm Erglänzt in gold’nem Schein der Sturm War lange schon eingeschlafen.’ Bald vergaß ich bei solcher Musik den Sturm Ich hörte ein Geräusch ich glaubte der Wind rüttle an der Thür Aber nein es war St John Rivers