und ward sodann herausgehoben alsbald kam auch mein Koffer von dem Wagen herab und einen Augenblick darauf hatte sich dieser schon entfernt Von dem langen Sitzen war ich ganz steif geworden auch hatte das Geräusch und Bewegen der Kutsche mich ganz betäubt alle meine geistigen und physischen Kräfte zusammennehmend sah ich umher Regen Wind und Finsterniß erfüllte die Luft dennoch vermochte ich so halb und halb eine vor mir stehende Mauer und an derselben eine offene Thür zu unterscheiden durch diese Thüre trat ich mit meiner neuen Führerin ein sie schloß dieselbe hinter mir zu Nun sah ich vor mir ein Haus oder mehrere Häuser — denn das Gebäude dehnte sich weit aus — mit vielen Fenstern und mit Lichtern die an einigen brannten wir gingen einen breiten durch und durch nassen Kieselweg hinauf und wurden durch eine Thüre eingelassen sodann führte mich die Führerin durch einen Gang in ein Zimmer in dem ein Feuer brannte und dort ließ sie mich allein Ich blieb stehen und wärmte meine halberstarrten Finger an dem helllodernden Feuer sodann sah ich mich um es war kein Licht da aber das unstäte Licht des Kaminfeuers ließ dann und wann Wände mit Tapeten einen Fußteppich Vorhänge glänzende Mahagony-Meubeln sehen es war ein Empfangzimmer nicht so geräumig oder glänzend wie das Gesellschaftszimmer zu Gateshead aber doch der Bequemlichkeiten genug zeigend Ich zerbrach mir den Kopf was denn wohl ein an der Wand hängendes Gemälde vorstellen möchte als die Thüre aufging und eine Person mit einem Lichte in der Hand hereintrat eine andere folgte ihr auf dem Fuße Die erste war eine schlanke Dame mit dunklem Haar schwarzen Augen und einer blassen und hohen Stirne ihre Gestalt war zum Theil in einen Shawl gehüllt der Ausdruck ihres Gesichts ernst ihre Haltung gerade ‚Das Kind ist doch noch gar zu jung um es so allein herzuschicken ’ sagte sie indem sie ihren Leuchter auf den Tisch stellte Sie betrachtete mich eine bis zwei Minuten mit vieler Aufmerksamkeit und setzte sodann hinzu ‚Es wäre wohl besser wenn sie bald zu Bett gebracht würde sie sieht müde aus Bist Du müde ’ fragte sie ihre Hand auf meine Schulter legend ‚Ein wenig Madam.’ Und wohl auch hungrig lassen Sie ihr bevor sie zu Bete geht Etwas zu essen geben Miß Miller Ist es das erste Mal daß Du Deine Eltern verlässest um in die Schule zu gehen mein kleines Mädchen ’ Ich setzte ihr auseinander daß ich keine Eltern hätte Sie fragte mich nun wie lang dieselben todt wären wie alt ich sei wie ich heiße ob ich lesen schreiben und ein wenig nähen könne Sodann berührte sie meine Wange sanft mit dem Zeigefinger sagte sie hoffe daß ich ein gutes Kind sein würde und entließ mich mit Miß Miller Die Dame von der ich weggegangen war mochte etwa neunundzwanzig Jahre alt sein diejenige die mit mir ging schien einige Jahre jünger zu sein die erstere machte durch ihre Stimme ihren Blick und ihr ganzes Aussehen keinen geringen Eindruck auf mich