seinem Wege lächeln sondern an den Block und das scharfe Beil an die Trennung von Knochen und Adern und das am Ende gähnende Grab und ich dachte an traurige Flucht und heimathloses Wandern — und ach mit unendlicher Seelenqual dachte ich an Das was ich verließ Ich konnte mich des Gedankens nicht erwehren Ich dachte jetzt an ihn wie er in seinem Zimmer sitze und auf den Sonnenaufgang warte wie er hoffe daß ich bald kommen und ihm sagen werde ich wolle bei ihm bleiben und die Seine sein Ich wollte die Seine sein ich sehnte mich nach der Rückkehr zu ihm es war nicht zu spät noch konnte ich ihm den bittern Schmerz der Trennung ersparen Noch mußte meine Flucht unbekannt sein Ich konnte zurückgehen und seine Trösterin sein sein Stolz — noch konnte ich ihn vom Elend vielleicht vom Untergang erretten O diese Furcht daß er sich selbst aufgeben könnte eine Furcht die mich weit mehr drückte als das Gefühl daß ich selbst verlassen wie stachelte sie mich Sie war ein spitziger Pfeil in meiner Brust der mich zerriß wenn ich ihn herausziehen wollte und mich krank machte wenn die Erinnerung ihn noch tiefer eindrückte Die Vögel begannen zu singen in Busch und Wald die Vögel hingen treu an einander das Männchen am Weibchen die Vögel waren Sinnbilder der Liebe Was war ich Inmitten meiner Herzensqual und der wahnsinnigen Anstrengung meine Grundsätze zur Geltung zu bringen verabscheute ich mich selbst Ich hatte keinen Trost von der Selbstbilligung ja nicht einmal von der Selbstachtung Ich hatte meinem Herrn Unrecht gethan ihn verwundet ihn verlassen Ich war mir in meinen eigenen Augen verhaßt und doch konnte ich nicht umkehren noch einen Schritt zurückthun Gott muß mich weiter geführt haben Was meinen eigenen Willen oder mein Gewissen betrifft so hatte ein leidenschaftlicher Kummer den einen mit Füßen getreten und die Stimme des andern erstickt Ich weinte heftig indem ich auf meinem einsamen Wege fortging rasch rasch ging ich wie eine Wahnsinnige weiter Eine Schwäche die innerlich begann und sich auf die Glieder ausdehnte bemächtigte sich meiner und ich fiel zu Boden und blieb da einige Minuten mit dem Gesichte auf dem nassen Rasen liegen Ich hatte einige Furcht oder Hoffnung daß ich da sterben würde aber bald war ich wieder auf kroch auf allen Vieren weiter und stellte mich dann wieder auf die Füße so begierig und so entschlossen wie je auf die Straße zu kommen Als ich dieselbe erreichte mußte ich mich setzen um unter der Hecke auszuruhen und während ich so da saß hörte ich Räder sich drehen und sah eine Kutsche herbeikommen Ich stand auf und hob die Hand in die Höhe der Wagen hielt an Ich fragte wohin er gehe der Kutscher nannte mir einen weit entlegenen Ort wo ich überzeugt war daß Herr Rochester keine Verbindungen habe Ich fragte ihn wie viel er von mir fordere um mich bis dahin zu fahren er sagte dreißig Shillinge ich antwortete ich hätte nicht mehr als zwanzig worauf er