zu bekleiden plagen könnte Ich dachte darüber nach wie ich Ihnen das viereckige ungestickte Blondenstück das ich selbst zur Bedeckung meines niedriggeborenen Hauptes zugerichtet hatte hinunterbringen und Sie fragen würde ob es nicht gut genug für ein Frauenzimmer sei das ihrem Gatten weder Vermögen noch Schönheit noch hohe Verbindungen zubringen könne Ich sah ganz deutlich wie Sie aussehen würden und hörte Ihre ungestümen republikanischen Antworten sowie das tolle Wort das Sie es nicht nöthig hätten Ihren Reichthum zu vermehren oder Ihren Stand zu erhöhen dadurch daß Sie entweder ein Vermögen oder eine Adelskrone heiratheten.’ Wie gut haben Sie da die Gedanken mir aus dem Gesichte gelesen Sie kleine Hexe ’ fiel Herr Rochester ein ‘aber was haben Sie neben der Stickerei noch in dem Schleier gefunden Ist etwa Gift oder ein Dolch darin gewesen daß Sie nun so betrübt aussehen ’ Nein nein Sir außer der Zartheit und der Kostbarkeit des Stoffes habe ich Nichts gefunden als Fairfax Rochesters Stolz und der erschreckte mich nicht weil ich an den Anblick des Dämons schon gewöhnt bin Aber Sir mit der eintretenden Dunkelheit erhob sich der Wind er blies gestern Abend nicht wie er jetzt bläst wild und gewaltig sondern mit einem dumpfen Töne mit einem Stöhnen das weit unheimlicher weit geisterhäfter war Ich wünschte das Sie zu Hause wären Ich kam in dieses Zimmer herab und schauerkalt durchdrang mich der Anblick des leeren Stuhls und des feuerlosen Kamins Bald darauf ging ich zu Bette konnte aber nicht schlafen ich war ängstlich aufgeregt Der Sturm der stets noch im Steigen war schien meinem Ohre leise Klagetöne zu übertäuben ob draußen oder im Hause konnte im anfänglich nicht sagen doch ließen sich so oft der Sturm sich einen Augenblick legte die Töne immer wieder hören wenn auch zweifelhaft so doch klagend am Ende dachte ich es könne nichts Anderes sein als ein Hund der in einiger Entfernung heule Ich war froh als ich die Töne nicht mehr hörte Nachdem ich eingeschlafen spann sich der Gedanke einer finsteren stürmischen Nacht in meinen Träumen fort Auch wünschte ich von Herzen bei Ihnen zu sein wobei sich aber ein seltsames schmerzliches Bewußtsein einstellte daß ein Schranke uns trenne Während der ganzen Zeit meines ersten Schlafs folgte ich den Windungen eines mir unbekannten Wegs völlige Finsterniß umgab mich der Regen strömte auf mich herab ich hatte für ein kleines Kind zu sorgen das bei mir war ein kleines kleines Geschöpf zu jung und zu schwach um zu gehen und dabei zitterte dasselbe vor Kälte in meinen kalten Armen und wimmerte kläglich in mein Ohr Ich dachte Sir Sie wären auf dem Wege eine lange Strecke vor mir ich strengte jedem Nerv an um Sie einzuholen und machte eine Anstrengung nach der andern Ihren Namen auszusprechen und Sie zu bitten zu halten — aber meine Bewegungen waren gelähmt und meine Stimme konnte Nichts hervorbringen als unarticulirte Laute die erstarben während Sie wie ich fühlte jeden Augenblick sich weiter und weiter entfernten “Und diese Träume machen Sie jetzt noch