jeden Morgen Nahm Abschieb sie so wachte auf mein Gram Und das Geschick goß Eis mir durch die Abern Das ihren Schritt gehemmt bevor sie kam Es träumte mir so heiß geliebt zu werden Wie ich sie liebte sei das höchste Glück Ich jagte kühn nach diesem hohen Ziele Gleich eifrig war der Sinn wie blind der Blick Doch weit und pfadlos dehnen sich die Räume Die tückisch trennen unser Beider Loos Gefahrvoll wie die schaumbedeckten Wogen Der wilden Fluth im grünen Meeresschooß Von Geistern heimgesucht wie jene Pfade Die Räuber geh'n wie Wildnis oder Wald Denn trennend legt sich zwischen unsre Herzen Der Zorn das Leid das Recht und die Gewalt Heraus mit kühnem Trotz rief ich mein Schicksal Verachtete was hemmend mich umgarnt Und ungestüm jagt ich vorbei an Allem Was auch gedroht ermüdet und gewarnt Ich flog als wie ein Traum mein Regenbogen Gilt’ immer mir voran schnell wie das Licht Das Kind des Sonnenblicks und Regengusses Erschaute herrlich dort mein Angesicht Er scheinet hell auf düstergrauen Wolken Noch sanft und milde jenes Freudenbild Was kümmert es mich jetzt ob die Gefahren Zu Hauf’ herannah'n grimmig dicht und wild Nicht gräm’ ich mich in dieser süßen Stunde Und sollte was mir einst von fern gedräut Heranziehn jetzt auf starken schnellen Schwingen Und wäre schwarzer Rache ich geweiht Und sollte stolzer Haß mich niederschmettern Sollt’ nicht ihr nahen ich auch Rechtes Spruch Und sollten schwören mir die schlimmen Mächte Mit Wuth im Blick endloser Feindschaft Fluch Mit edler Treue hat jetzt die Geliebte Mir hingegeben ihre kleine Hand Und mir gelobt daß ewig unsre Wesen Vereinige der Ehe heilig Band Mich küssend fügt zum Eid sie das Gelöbniß Im Leben und im Tode bin ich Dein O unaussprechlich namenlose Freude So wie ich liebe auch geliebt zu sein Er erhob sich und kam auf mich zu ich sah sein Gesicht voller Leben sein Falkenauge sprühete Feuer und in jedem Zuge gab sich Zärtlichkeit und Leidenschaft zu erkennen Einen Augenblick überkam mich ein Beben doch faßte ich mich alsbald wieder Eine zärtliche Scene eine kühne Demonstration wollte ich nicht und mir drohte doch Beides es mußte also eine Vertheidigungswaffe in Bereitschaft gehalten werden und ich spitzte meine Zunge Als er mich erreichte fragte ich ziemlich rauh ‘wen er nun zu heirathen gedächte ’ Das war einmal eine seltsame Frage von meiner Herzensgeliebten Gewiß Ich hielt sie für sehr natürlich und nothwendig.’ — Ich fuhr also fort ‘Er habe ja davon gesprochen daß seine künftige Gattin mit ihm sterben solle Was er mit einer solchen heidnischen Idee wolle Ich hätte nicht die Absicht mit ihm zu sterben darauf könne er sich verlassen.’ Worauf er erwiederte Alles was er wünsche Alles warum er den Himmel bitte sei daß ich mit ihm leben möchte Der Tod sei nicht für Personen meiner Art.’ Nein nein ’ versetzte ich ich habe ebenso viel Recht zu sterben wie Sie wenn meine Zeit einmal da ist aber diese Zeit will ich abwarten und ich will nicht