hegen dasselbe zu meiden verlangte es mich nur es herauszufordern es zu errathen und ich hielt Miß Ingram für glücklich weil sie einst nach Muße in diesen Abgrund blicken dessen Geheimnisse erforschen und deren Beschaffenheit prüfen dürfe Inzwischen war die übrige Gesellschaft mit ihren eigenen besondern Interessen und Vergnügungen beschäftigt während ich nur an meinen Herrn und seine künftige Braut dachte nur sie sah nur ihre Worte hörte und nur ihre Bewegungen für wichtig hielt Lady Ingram und Lady Lynn hatten immer noch feierliche Conferenzen mit einander bei denen sie mit ihren Turbanen einander zunickten ihre vier Hände erhoben und damit ganz wie ein paar prächtige Marionetten Erstaunen Geheimniß oder Entsetzen ausdrückten je nachdem der Gegenstand war worüber sie schwatzten Die milde Mistreß Dent sprach mit der gutmüthigen Mistreß Eshton und diese beiden hatten bisweilen ein höfiches Wort oder ein freundliches Lächeln für mich Sir George Lynn Oberst Dent und Herr Eshton sprachen über Politik oder Grafschaftsangelegenheiten oder Gegenstände der Justiz Lord Ingram kokettirte mit Amy Eshton Louisa spielte und sang für und mit einem der Herren Lynn und Mary Ingram hörte ohne sich viel darum zu kümmern auf die galanten Reden des andern Bisweilen stellten Alle wie durch Verabredung ihr Nebenspiel ein um die Hauptpersonen beobachten und ihnen zuhören zu können denn bei all Dem waren Herr Rochester und weil enge mit ihm verknüpft Miß Ingram das Leben und die Seele der Gesellschaft Fehlte er eine Stunde in dem Zimmer so schien sich seiner Gäste allmählig eine merkliche Langweile zu bemächtigen und sein Wiedererscheinen gab der Unterhaltung immer wieder neue Frische und Lebhaftigkeit Der Mangel seines belebenden Einflusses schien besonders eines Tages sich bemerklich zu machen als er Geschäfte halber hatte nach Millcote gehen müssen und man ihn erst spät Abends zurückerwartete Der Nachmittag war regnerisch ein Spaziergang den die Gesellschaft sich vorgenommen um ein neulich auf einer Allmende jenseits Hay aufgeschlagenes Zigeunerlager zu sehen war aufgeschoben worden Einige von den Herren waren in den Pferdestall gegangen die jüngeren spielten mit den jüngeren Damen Billard Die Wittwen Ingram und Lynn suchten sich mit einem harmlosen Kartenspiele zu entschädigen Blanche Ingram hatte nachdem sie mit hochmüthigem Schweigen einige Bemühungen der Mistreß Dent und Mistreß Eshton sie in die Unterhaltung zu ziehen zurückgewiesen zuerst einige sentimentale Arien auf dem Piano-Forte gemurmelt und sich dann nachdem sie aus der Bibliothek einen Roman geholt mit hochmüthiger Gleichgültigkeit auf ein Sopha geworfen und machte Anstalt durch den Zauber der Dichtung über die langweiligen Stunden der Abwesenheit hinwegzukommen Alles war still im Zimmer und im Hause nur dann und wann hörte man von oben das fröhliche Lachen und Treiben der Billardspieler Der Tag neigte sich zur Dämmerung und schon hatte die Uhr verkündet daß es Zeit sei sich zur Tafel anzukleiden als die kleine Adele die neben mir in einer Fenstervertiefung des Gesellschaftszimmers kniete ausrief ‘Voilà Monsieur Rochester gui revient.’ Ich wandte mich um und Miß Ingram schoß wie ein Pfeil von ihrem Sopha empor auch die andern blickten von ihren verschiedenen Beschäftigungen auf denn