Respekts jede mir von meiner Stellung vorgeschriebene Schicklichkeit beobachtend konnte ich immerhin mit ihm ohne Furcht oder unbequemen Zwang disputiren und dieß behagte sowohl ihm als mir Endlich ließ sich auf der Treppe krachend ein Tritt vernehmen Leah erschien aber nur um mir anzukündigen daß der Thee im Zimmer der Mistreß Fairfax servirt sei Dahin ging ich weil ich nun wenigstens die Treppe hinabgehen durfte denn dadurch sollte ich ja mehr in die Nähe des Herrn Rochester kommen Sie müssen Verlangen nach Ihrem Thee haben ’ sagte die gute Dame als ich zu ihr hintrat Sie haben diesen Mittag ja so wenig gegessen Ich fürchte ’ fuhr sie fort ‘Sie sind heute nicht ganz wohl Sie sehen erhitzt und fieberhaft aus.’ ‘O ganz wohl Ich habe mich nie wohler gefühlt.’ Dann müssen Sie es durch einen guten Appetit beweisen wollen Sie den Theetopf füllen während ich diese Nadel da abstricke ’ Nachdem sie dieß gethan erhob sie sich um das Fensterrouleau herabzulassen was bis jetzt unterblieben war wahrscheinlich um das Tageslicht so lange wie möglich zu benützen obgleich die Dämmerung nun immer düsterer wurde und rasch in völlige Dunkelheit überging ‘Es ist heute Abend schönes Wetter ’ sagte sie durch die Scheiben blickend ‘wenn es auch nicht sternenhell ist im Ganzen hat Herr Rochester einen günstigen Tag zu seiner Reise gehabt.’ Reise Ist denn Herr Rochester verreist Ich wußte gar nicht daß er ausgegangen.’ ‘O er ist sogleich nach dem Frühstücke von hier weggegangen Das Ziel seiner Reise ist Leas Herrn Eshton 's Landsitz zehn Meilen auf der andern Seite von Millcote ich glaube es ist dort eine zahlreiche Gesellschaft beisammen Lord Ingram Sir George Lynn Oberst Dent und noch viele Andere.’ ‘Erwarten Sie ihn schon diesen Abend zurück ’ Nein und ebenso wenig morgen wahrscheinlich bleibt er dort eine Woche oder darüber Wenn diese seinen Leute einmal zusammenkommen so sind sie so von Eleganz und Heiterkeit umgeben so wohl versehen mit Allem was gefallen und unterhalten kann daß es sie nicht drängt sich wieder zu trennen Insbesondere und bei solchen Gelegenheiten Herren oft gar sehr gesucht und Herr Rochester hat so viele Talente und ist so lebhaft in der Gesellschaft daß er wohl allgemein beliebt ist ganz besonders aber bei den Damen obgleich Sie der Ansicht sein mögen sein Aeußeres sei für ihn in ihren Augen nicht sehr empfehlend Allein ich glaube seine Fähigkeiten und Geschicklichkeiten vielleicht auch sein Reichthum und seine gute Herkunft verwischen jeden kleinen Fehler seines Aeußern wieder Befinden sich Damen in Leas ’ Es sind da Mistreß Eshton und ihre drei Töchter in der That sehr elegante junge Damen ebenso auch die ehrenwerthe Blanche und Mary Ingram wunderschöne Frauenzimmer wie ich vermuthe in der That habe ich Blanche schon vor sechs oder sieben Jahren gesehen als sie ein achtzehnjähriges Mädchen war Sie kam hieher zu einem Ball und einer Gesellschaft die Herr Rochester zu Weihnachten gab Sie hätten an jenem Tage das Speisezimmer sehen sollen wie reich dekorirt wie prachtvoll erleuchtet es war Ich glaube