zu der Naturgeschichte der britischen Vögel von Bewick im Allgemeinen kümmerte mich der Text des Buchs wenig und doch waren einige als Einleitung dienende Seiten da die ich wenn auch noch ein Kind doch nicht ganz übergehen konnte Es waren die Seiten die von den Aufenthaltsorten der Seevögel handeln von den einsamen Felsen und Vorgebirgen die nur sie bewohnen von der Küste von Norwegen die von ihrer südlichen bis zu ihrer nördlichen Spitze bis zum Nord-Cap mit Inseln übersät ist — ‚Wo das Nord-Meer in großen Wirbeln ‚Um jene nackten düstern Inseln ‚Des fernsten Thule siedet und ‚Die Woge des Atlant’schen Meeres ‚Sich durchdrängt durch die stürmischen Hebriden.’ Auch konnte ich nicht ohne davon Notiz zu nehmen an der Beschreibung der unwirthlichen Küsten Lapplands Sibiriens Spitzbergens Nowaja-Semlja 's Islands Grönlands — sammt dem weiten Kreise der Polarwelt und den öden Räumen wo Frost und Schnee wo feste Eisfelder von vielen hundert Wintern in gebirgartiger Schichtung angehäuft den Pol umgeben und alle Strenge der äußersten Kälte concentriren — vorbeigehen Von diesen Reichen weiß wie der Tod hatte ich meine eigenen Vorstellungen schattenhaft und nebelartig wie alle halbverstandenen Dinge die trübe durch das Gehirn des Kindes treiben aber in seltsamer Weise Eindruck machend Die Worte in diesen einleitenden Bemerkungen verschmelzten sich mit den nachfolgenden Bildern und gaben ihre Bedeutung dem in einer See von hochgehenden und schäumenden Wogen allein stehenden Felsen dem zertrümmerten an einer öden Küste gestrandeten Boote dem kalten und geisterähnlich durch Wolkengitter auf ein eben untersinkendes Wrack hindurchblickenden Monde Ich vermag nicht zu sagen welche Empfindungen den ganz einsamen Kirchhof mit seinem eine Inschrift tragenden Grabsteine seine Pforte seine zwei Bäume seinen niedrigen Horizont der von einer verfallenen Mauer begrenzt war und seine eben aufgegangene Mondsichel welche die Abendstunde verkündete umschwebten Die zwei auf einer trägen See von einer Windstille überfallenen Schiffe hielt ich für See-Phantome Rasch überging ich den bösen Geist der des Diebs Pack hinter ihm festnagelt es war für mich ein Gegenstand des Schreckens Ebenso verhielt es sich mit dem schwarzen gehörnten Dinge das hoch auf einem Felsen saß und eine ferne einen Galgen umstehende Menschenmenge überschaute Jedes Bild erzählte eine Geschichte für meinen unentwickelten Verstand und meine unvollkommenen Gefühle oft geheimnißvoll aber immer höchst interessant so interessant wie die Mährchen die Bessie bisweilen an Winterabenden erzählte wenn sie gerade bei guter Laune war und wenn sie nachdem sie ihren Bügeltisch an den Kamin in der Kinderstube gestellt hatte uns erlaubte uns an demselben herumzusetzen Bei solchen Gelegenheiten wurden wir während sie Mistreß Reed 's Halskrausen und Nachthauben plättete für unsere gespannte Aufmerksamkeit mit allerlei Kriegs See und Liebesabenteuern belohnt die aus alten Feenmährchen und älteren Balladen oder — wie ich später entdeckte — aus Pamela oder aus Heinrich Grafen von Moreland geschöpft waren Mit Bewick auf meinem Knie war ich nun glücklich glücklich wenigstens auf meine Art Ich fürchtete Nichts als eine Störung und die kam nur zu bald Die Thüre des Zimmers worin gewöhnlich gefrühstückt wurde ging auf Boh Jungfer Träumerin ’ rief die